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Update im Fall #18 Mareile

Shownotes

Diese Folge ist schon vor Monaten in der Podimo App veröffentlicht worden. In der Podimo App findet ihr schon jetzt 60 kostenlose Folgen, die ihr ganz ohne Anmeldung oder Abo hören könnt – Einfach nur die App öffnen und ‘12 Leben’ finden: https://podimo.de/12leben

Zusätzlich zu den 60 kostenlosen Folgen findet ihr dort auch die neueste Staffel im Premium-Bereich. _ Bevor es in zwei Wochen mit der neuen Staffel weiter geht, haben wir noch eine Update-Folge für euch. Im Fall von Mareile, aus Folge 18, gab es seit der Veröffentlichung neue Entwicklungen.

  1. März 1998 in Zürich: Die 76-jährige Buchhändlerin Mareile arbeitet in ihrem Buchladen, als sie, wie aus dem Nichts, spürt, wie ihr ein spitzer Gegenstand an den Hals gedrückt wird. Die Person, die den Buchladen erst vor wenigen Momenten betreten und sich umgeschaut hat, sticht mehrmals auf Mareiles Hals ein. Was Mareile zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt: Es handelt sich um eine Täterin – eine Täterin, die sich bewusst Frauen als Opfer sucht. Über diesen außergewöhnlichen Fall einer Frauenhasserin sprechen wir mit Kriminalpsychologin Lydia Benecke und der Schweizer Psychologin und Strafrechtlerin Leena Hässig. Außerdem hören wir den Traumatherapeuten Norbert Kröger und den früheren Schweizer Journalisten Mathias Ninck, der den Fall beobachtet hat.

Am Ende der Folge erzählen wir euch, wie es mit der Täterin weiterging und warum ein Gerichtstermin im letzten Jahr die Ermittlungen und das Urteil infrage stellen könnte.

Triggerwarnung: Diese Folge behandelt explizite Schilderungen von körperlicher Gewalt. Bei Gewalterfahrungen findet ihr anonym und kostenfrei Unterstützung unter folgenden Nummern:

Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen”: 08000 116 016 (rund um die Uhr) Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (rund um die Uhr) Opfer-Telefon vom Weißen Ring: 116 006 (7-22h Uhr)

Mehr Infos bekommt Ihr auf der Homepage der Online Datenbank für Betroffene von Straftaten: www.odabs.org

Habt ihr Feedback? Dann könnt ihr uns eine E-Mail schreiben: 12leben.podimo@gmail.com

"12 Leben – Verbrechen an Frauen" ist ein Podcast von Podimo. Hosts: Helen Schulte und Massimo Maio und Clara Engelien Autorinnen dieser Folge: Katharina Fräbel & Madeleine Petry Schnitt und Sound: Frieder Maurer & Luca Sartori (hipitch), Mats Leubner, Pascal Mokrosch und Alexander von Bargen Ausführende Produzentin: Madeleine Petry

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Transkript anzeigen

00:00:00: Diese Folge enthält Schilderungen von körperlicher Gewalt.

00:00:03: Wenn ihr selbst betroffen seid oder jemanden kennt, findet ihr Unterstützung beim Hilfe-Telefon.

00:00:08: Gewalt gegen Frauen unter.

00:00:21: Hey, ich bin Helen.

00:00:23: Wir befinden uns immer noch in unserer Sommerpause, aber bevor es in zwei Wochen mit neun Folgen weitergeht, haben wir noch ein weiteres Update zu einem Fall, bei dem es seit der Veröffentlichung der dazugehörigen Folge im Jahr zwanzundzwanzig neue Entwicklung gibt.

00:00:49: Neben Mareyle wurden in Zürich auch noch zwei andere Frauen in der Öffentlichkeit angegriffen.

00:00:54: In langer Zeit fragt sich die Schweizer Öffentlichkeit, wer diese Taten begangen haben könnte.

00:00:59: Wir haben für diese Folge unter anderem mit der Kriminalpsychologin Lydia Benicke gesprochen.

00:01:04: Denn als die Tatperson ermittelt wird, stellt sich heraus, es handelt sich um einen Ausnahmefall.

00:01:10: Nachdem ihr diesen Fall gehört habt, erzählen wir euch das Update.

00:01:13: Denn die Tatperson hat sich das erste Mal seit mehr als fünfundzwanzig Jahren öffentlich zu den damaligen Geständnissen geäußert und damit die ganzen Ermittlungen in Frage gestellt.

00:01:29: Am Anfang war das ja einfach ein Mordfall, ein ungeklärter Mord.

00:01:33: Zuerst im Parkhaus Urania, dann ein weiter fünf, sechs Jahre später ein nächster Mord, ungeklärt.

00:01:42: Man hat Männer gesucht und dann kam der große Knall.

00:01:46: Der Mörder war eine Frau.

00:01:47: Es war eine Frau, die gemordet hat.

00:01:50: Und das schlug dann ein wie eine Bombe.

00:01:58: Samstag, der einundzwanzigste März, ist es gegen Mittag in der Kirchgasse.

00:02:06: Hinter den bunten Holzfensterleden, die farblich passend zur jeweiligen Fassade gestrichen sind, verstecken sich Wohnungen.

00:02:13: Hier und da stehen kleine, bemalte Ärger hervor.

00:02:16: Die Absätze der vorbeilaufenden Passantinnen klacken auf den alten Kopfsteinen der mittelalterlichen Straße.

00:02:22: Nur unterbrochen von dem gelegentlichen Stehen bleiben vor einem Schaufenster der unzähligen Läden, die es hier in der Kirchgasse gibt.

00:02:29: Eins der Schaufenster gehört zu einer Buchhandlung, die sowohl neue als auch gebrauchte Bücher verkauft.

00:02:35: Die Eingangstür, die in das kleine Geschäft führt, ist im gleichen Grün gestrichen wie die Holzläden in den oberen Stockwerken.

00:02:42: An diesem Samstagmittag befindet sich im Laden-Nummer Reile, die Geschäftsführerin.

00:02:47: Mit ihren Sechsen-Siebzig Jahren ist für Mareile diese lange Arbeitswoche schon recht anstrengend.

00:02:51: Deswegen freut sie sich darauf, die grün angestrichene Tür bald zu schließen, die Arbeitswoche hinter sich zu lassen und vielleicht das schöne Wetter am Hafen vom Zürichsee zu genießen.

00:03:01: Der ganze Monat ist schon außergewöhnlich sonnig.

00:03:04: Und von der Buchhandlung muss man nur fünf Minuten durch die kleinen Gassen der Zürcher Altstadt laufen, um an das nördliche Ende des Zürichsees zu kommen.

00:03:12: Das Wochenende bei einem Spaziergang am Wasser einzuleuten.

00:03:15: Das bietet sich also an.

00:03:17: Aber vorher muss Mareile erst mal den letzten Arbeitstag der Woche zu Ende bringen.

00:03:22: Plötzlich betritt eine Person den Laden.

00:03:25: Sie schaut sich kurz um, während Mareile hinter die alte Kasse tritt.

00:03:29: Sie gibt der Person erst mal ein bisschen Raum zum Durchstöbern.

00:03:32: Dann aus dem Nichts spürt Mareyle, wie er ein spitzer Gegenstand an den Hals gedrückt wird.

00:03:38: Die Person, die den Buchladen erst vor wenigen Momenten betreten und sich umgeschaut hat, sticht mehrmals auf Mareiles Hals ein.

00:03:46: Mareyle ist von dem plötzlichen Gewaltakt total überrumpelt, versucht aber sich zu wehren, irgendwie von dieser Person und diesem Messer zu fliehen.

00:03:54: Und sie schreit um Hilfe, hofft, dass sie irgendjemand hört oder zufällig den Laden betritt und ihr hilft.

00:04:00: Aber es kommt niemand, während Mareyle auf dem Boden ihres Kleingeschäfts zusammensagt.

00:04:06: Was Mareyle zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, die Person, die insgesamt zwölf Mal auf sie eingestochen hat, ist eine Frau.

00:04:14: Und Mareyle ist nicht der erste Opfer.

00:04:16: Sie wurde bewusst ausgewählt, weil sie eine Frau ist.

00:04:20: Diese Folge dreht sich um Mareyle.

00:04:23: Ihr Leben ist eines von zwölf, um die es in diesem Podcast geht.

00:04:46: Hi, herzlich willkommen zu dieser Folge zwölf Leben.

00:04:49: Ich bin Massimo.

00:04:50: Hi, ich bin Clara.

00:04:51: Schön, dass ihr wieder dabei seid.

00:04:53: Wir erzählen in dieser Folge von Mareyle, die willkürlich von einer Frau attackiert wurde.

00:04:57: Wir werfen einen Blick auf die Hintergründe der Tat mit Hilfe von Expertinnen und versuchen zu verstehen, wie man so gewaltvoll gegen das eigene Geschlecht vorgehen kann.

00:05:06: Was dieses Unvermittelte zum Opfer werden mit der Buchhändlerin Mareyle gemacht haben muss, darüber haben wir mit dem Traumotherapeuten Norbert Kröger gesprochen.

00:05:15: Wir haben auch bestimmte Grundsätze.

00:05:17: Ein Grundsatz ist, mir wird das nie passieren.

00:05:19: Da kippt also diese Gedanke, ich bin unverletzbar um, in den Gedanken, ich bin jederzeit verletzbar.

00:05:26: Mareyle ist nicht das einzige Opfer dieser Täterin, die Täterin mit dem Namen Caroline Ha.

00:05:32: In den zehn Jahren vor der Tat gegen Mareyle ist sie schon mehrfach straffällig geworden, unter anderem wegen Brandstiftung, Raub, Hausfriedensbruch.

00:05:40: Neben Mareille hat sie versucht, noch drei weitere Frauen zu töten.

00:05:44: Auch diese Geschichten werden wir hier erzählen.

00:05:46: Um die Identitäten der Betroffenen zu schützen, haben wir ihre Namen und die ihre Zugehörigen geändert.

00:05:52: In einem Zeitraum von sieben Jahren hat Caroline Haar die insgesamt vier Tötungsversuche begangen, die lange ungeklärt geblieben sind.

00:06:00: Man kann sich vorstellen, dass dieser Fakt für viel Unwohlsein in der Stadt gesorgt hat.

00:06:04: Und vor allem Frauen hatten große Angst.

00:06:07: Angst vor potentiellen männlichen Tätern.

00:06:10: Denn in den Köpfen vieler Menschen herrschte und herrschte die Meinung.

00:06:13: Das gibt es doch gar nicht, gewalttätige Frauen.

00:06:16: Und das ist einfach ein riesiges Papothema.

00:06:21: So sagt es Lena Hessig.

00:06:23: Die Schweizer Psychologin und Strafrechtlerin hat sich auf die Arbeit mit gewalttätigen Frauen spezialisiert.

00:06:29: Auf diese zahlenmäßig stark unterlegene Täter-Innengruppe und den Stand der Wissenschaft dazu werden wir genauer eingehen.

00:06:36: Auch zusammen mit der Kriminalpsychologin Lydia Benicke, die euch in diesem Podcast schon öfter begegnet ist.

00:06:41: Wenn Frauen töten, dann in den allermeisten Fällen im sozialen Nahbereich.

00:06:45: Die Psychologin hat ein Buch über das weibliche Böse geschrieben.

00:06:49: Für uns hat sie sich das Urteil, dass in dem Jahr des Jahrhunderts das Jahrhunderteil des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahrhunderteils des Jahr.

00:07:03: Mit Hilfe von Lydia Benicke und den psychiatrischen Gutachten über Karolina Haar versuchen wir zu verstehen, wie ihr Hass gegen Personen des eigenen Geschlechts zu erklären ist.

00:07:13: So viel können wir vorab schon mal sagen, Karolina Haar ist eine Ausnahme der Ausnahmen.

00:07:18: Denn Frauen töten seltener als Männer und wenn, dann eher keine ihnen unbekannten Personen.

00:07:24: Karolina Haar aber hat ihre Opfer nicht näher gekannt.

00:07:27: Ihr Motiv war Mordlust.

00:07:29: In den Medien wird sie gerne als die gefährlichste Frau der Schweiz bezeichnet.

00:07:34: Damals war ich einfach Medienkonsument und habe das aus den Medien genommen und für mich eingeordnet und gedacht, eine Frau gibt es auch, Mörderinnen.

00:07:47: Der frühere Schweizer Donalist Matthias Nink hat den Fall Karolina Haar ein paar Jahre später nochmal genauer betrachtet und sich dadurch für seinen fiktiven Roman Mordslügen inspirieren lassen.

00:07:57: Er gibt uns Einblicke in die Stimmung der Schweizer Bevölkerung und die Berichterstattung über die Ermittlung damals.

00:08:04: Und nachdem er sich umfassend mit diesem Fall Karolina Haar beschäftigt hat, stellt er sich eine sehr spannende Frage auf, die wir ganz am Ende eingehen werden.

00:08:12: Jetzt werfen wir aber erst mal einen Blick auf die Frau, die das letzte Opfer eines versuchten Mordes der Frauenhasserin Caroline Haar geworden ist, bevor diese verhaftet wurde.

00:08:26: Wir wissen nicht viel über Mareyle und über ihr Leben vor dem Angriff, aber wir wissen, dass Bücher ein wichtiger Teil ihres Lebens gewesen sind.

00:08:34: Schließlich hat sie eine Buchhandlung zusammen mit ihrem Ehemann geführt.

00:08:37: Mareyle hat eine Tochter, Christine, die zum Zeitpunkt der Tat forty- vierzig Jahre alt war, Und in Christine's Kindheit müssen Bücher eine wichtige Rolle gespielt haben.

00:08:46: Bestimmt hat Mareyle ihre kleine Tochter oft mit in die Buchhandlung genommen und alle möglichen Bücher gezeigt.

00:08:52: Später hat Christine dann ja auch ihren eigenen Laden aufgemacht, nur ein paar Kilometer entfernt von dem Antikvariat ihrer Eltern, ganz nah am Zürichsee.

00:09:00: In Christine's Laden, dem Bücherparadies, gibt es Kinderbücher, Jugendliteratur, Romane.

00:09:06: Die Liebe zu Büchern hat Mareyle also ziemlich sicher in ihre Tochter weitergegeben.

00:09:11: Das Bücherparadies ist aber nicht nur eine Buchhandlung, sondern auch ein Geschenk-Lädli, wie man es im Schweizerdeutsch sagt.

00:09:17: Da gibt es dann auch noch so Gratulationskarten, Kinderspielzeug oder Kerzen.

00:09:22: Das Bücher Antiquariat, das Mareile geführt hat, das gibt es auch heute noch.

00:09:26: Was gleich geblieben ist, die grüne Tür und die Fassade.

00:09:30: Das Schild über der Tür hat sich nur in einer Sache verändert, wo früher der Nachname von Mareile und ihrem Ehemann stand, steht jetzt der Name der neuen Inhaberin.

00:09:39: Auch sie werden wissen, was hier am einentzwanzigsten März,九zehundertachtundneinzig, passiert ist.

00:09:44: Immerhin war die Presse voll von Berichten über den Fall und über die Täterin, die eben als die gefährlichste Frau der Schweiz bekannt

00:09:51: geworden ist.

00:09:55: Und die gefährlichste Frau der Schweiz ist eine österreichische Staatsbürgerin.

00:09:59: Ihre Eltern sind vor ihrer Geburt in die Schweiz ausgewandert und Caroline Haar möchte sich später einbürgern lassen, aber das wird ihr verwährt, weil sie bis zu diesem Zeitpunkt schon straffällig geworden ist.

00:10:11: Die spätere Täterin wächst als Einzelkind auf.

00:10:14: Ihre Eltern beschreiben sie als brav, gehorsam, aber auch als ruhig und zurückhaltend.

00:10:19: Sie ist eine gute Schülerin, verbringt aber die Pausen alleine.

00:10:22: Sie fühlt sich ausgegrenzt und bleibt eine Einzelgängerin.

00:10:26: Ihr Traum ist es, Polizistin zu werden, laut eigener Aussage, weil man da viel mit Menschen zu tun hat.

00:10:32: Klingt ein bisschen ironisch, wenn man sich ihre spätere Lebensentwicklung anschaut.

00:10:35: Mit zunehmendem Alter fällt sie häufiger negativ auf.

00:10:39: Mit dreizehn Jahren reißt sie in das hundertzwanzig Kilometer entfernte Basel, ohne ihren Eltern Bescheid zu geben.

00:10:45: Im Frühjahr von neunundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:11:02: In Ihrem Heimatkanton Obwalden und in den Städten Dozean und Zürich.

00:11:07: Im Sommer neunundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:11:26: Nach diesem Weltschlandjahr beginnt Karoline eine Lehre zur Bürokaufrau Mitte.

00:11:32: Einige Monate nach dem Start bekommen die Arbeitskolleginnen ein bedenkliches Bild von ihr.

00:11:38: Auf der Firmenweihnachtsfeier greift sie das Servicepersonal an, betrunken.

00:11:43: Außerdem äußert sie gegenüber ihrem Chef Morddroh.

00:11:46: Das wundert einen also nicht wirklich, dass sie diesen Job anfangen.

00:11:53: Karoline Haar merkt irgendwann, dass in ihr der Wunsch wächst, einen Menschen zu töten.

00:11:58: Sie fürchtet sich vor diesem Gedanken und meldet sich bei der Polizei in ihrer Heimat Obwalden.

00:12:04: Dort erzählt sie, dass sie mit sich selbst zu Hause und überall Probleme habe und große Wut auf verschiedene Leute fühle, mit der sie nichts anzufangen beiß.

00:12:13: Außerdem sagt sie, dass sie am liebsten die nicht besten Menschen, die ihr über den Weg liefen, umbringen würde.

00:12:19: Dass sie zur Polizei geht, zeigt auf einer Art, dass sie vor sich selber Angst hat.

00:12:23: Aber was soll die Polizei tun?

00:12:25: Das erste Mal ins Gefängnis kommt sie Ende nineteenhundertneinzig, aber nicht weil sie einen Menschen getötet oder versucht hat zu töten, sondern wegen des Verdachts auf wiederholte Brandstiftung.

00:12:36: Sie wird entlassen, mit der Auflage in psychiatrische Behandlung zu gehen, was sie auch tut.

00:12:42: Caroline Haar lernt in ihrem Leben noch viele weitere Psychata-Innen kennen, vor allem im Rahmen psychiatrischer Gutachten.

00:12:48: Was

00:12:49: die Polizistinnen nicht wissen, als sie Karolina Haarende'in neunzig in U-Haft nehmen, ist, dass sie es nicht nur mit einer Brandstifterin zu tun haben, sondern auch mit einer Mörderin.

00:12:59: Wir springen kurz zurück.

00:13:01: Anfang einundneunzig verliert sie ihren Ausbildungsplatz.

00:13:04: Sie ist also arbeitslos und schmiedelt einen schrecklichen Plan.

00:13:07: Sie erinnert sich an ihre Gastfamilie im Weltschland, von der sie sich ja sehr schlecht behandelt gefühlt hatte.

00:13:13: Sie leit sich von einem Bekannten eine Waffe und fährt zum Haus der Familie.

00:13:17: Mit geladener und entsicherter Waffe steht sie eine ganze Weile davor, entschlossen, die komplette Familie zu töten.

00:13:26: Und dann überkommt sie die Angst, dass jemand in der Nachbarschaft die Schüsse hören und sie als Täterin damit identifizieren könnte.

00:13:33: Sie bricht ihren Plan ab.

00:13:35: Die Familie Mitglieder ahnen nicht, dass sie sich glücklich schätzen können, am Leben zu sein.

00:13:39: Karolina Haar geht zum Bahnhof und fährt wieder nach Hause.

00:13:43: Im Sommer einundneunzig sucht sich Caroline Haar ihr nächstes Opfer und diesmal wird sie ihren grausamen Plan in die Tat umsetzen.

00:13:50: Die fantasierten Reaktionen des Opfers und die Tötung an sich lösen eine angenehme Aufregung und anschließende Befriedigung aus.

00:13:58: Daher spricht man in solchen Fällen auch davon, dass diese Menschen um das Tötens Willen töten.

00:14:04: Diese Motivation kommt dem deutschen Begriff Mordlust wohl am nächsten.

00:14:08: Frauen, die primär um das Tötenswillen töten, kommen insgesamt nur sehr selten vor.

00:14:15: Caroline Haar ist eine von diesen Frauen.

00:14:18: Die Kriminalpsychologin Lydia Benicke wird uns später noch mehr Einblicke geben in das schwer zu verstehende Inleben einer Frau, die Entspannung dabei empfindet, wenn sie eine andere Frau tötet.

00:14:29: Die erste Frau, an der Caroline Haar ihre Mordlust auslebt, ist Annika.

00:14:39: Mittwoch, der Juni, im Parkhaus Urania in Zürich.

00:14:45: Der kühle Beton hält die sommerlichen Temperaturen von außen ab.

00:14:49: Trotzdem zieht hier und da ein Schweil von gebündelter Wärme durch die Gänge.

00:14:55: Das mehrheitliche Grau der Umgebung wird nur unterbrochen von den knalligen Fahrbahnmarkierungen und Richtungsweisern.

00:15:01: Die neunzwanzigjährige Annika hat im siebten Stock geparkt.

00:15:04: Sie lebt im Züricher Umland, im Nachbarkanton Agau.

00:15:07: Die Hochzeit ihrer Schwester steht an und Annika hat sich dafür ein hübsches Kleid besorgt.

00:15:13: Es befindet sich in ihrem Kofferraum.

00:15:15: Ob sie es gerade gekauft hat, von der Änderungsschneiderei abgeholt hat oder vielleicht dort hinbringen wollte, das wissen wir nicht.

00:15:21: Die Hochzeit ihrer Schwester wird die junge Frau jedenfalls nicht mehr erleben.

00:15:32: Sie ist schon vor diesem Tag öfter nach Zürich gefahren, um Parkhäuser auszukundschaften und Ausschau zu halten nach einem möglichen Opfer.

00:15:44: Wie sie später sagen wird, hatte sie einfach Lust, eine Frau zu erschrecken und zu töten.

00:15:49: Sie fährt mit dem Aufzug hoch und runter und entscheidet sich schließlich auf Parkdeck sieben auszusteigen, um kurz vor drei Nachmittags mitten am Tag.

00:15:59: Annika ist gerade auf dem Weg zu ihrem Auto.

00:16:01: Das Klacken ihrer Absatzschuhe vervielfacht sich akustisch im halben Parkhaus.

00:16:06: Wie aus dem Nichts steht plötzlich eine Burschikose, achtzehnjährige vor ihr.

00:16:11: Annika wundert sich, was sie von ihr will.

00:16:13: Und dann geht alles ganz schnell.

00:16:15: Die ihr unbekannte Person packt sie an ihrer Kleidung und sticht ihr tief in den Rücken.

00:16:20: Sie verliert das Bewusstsein und sinkt lautlos zu Boden.

00:16:24: Die acht bis zehn Zentimeter lange Klinge trifft ihre Hauptschlagader.

00:16:28: Annika verblutet innerlich und stirbt sofort.

00:16:31: Carolina Haar verlässt das Parkhaus, ohne von jemandem gesehen zu werden.

00:16:36: In einem Brunnen in der Nähe wäscht sie ihre Hände und das blutige Messer, mit dem sie gerade ihren ersten Mord begangen hat.

00:16:47: Als die Polizei ihre Ermittlungen startet, melden sich Menschen, die zur Tatzeit in der Nähe des Parkhauses waren.

00:16:53: Es gab Zeugen, die irgendwas gesehen hatten.

00:16:56: Man hatte irgendwelche Männer aus diesem Parkhaus Rennen sehen oder Gehen sehen.

00:17:03: Die Polizei fahndet nach einem männlichen Täter.

00:17:06: Caroline Haar tritt fünf Tage nach der Tat eine Lehrstelle als Verkäuferin in einem Porzellanladen in Luzern an.

00:17:13: In der Öffentlichkeit verdächtigt sie niemand oder überhaupt eine Frau.

00:17:17: Das wurde medial groß, natürlich ganz groß.

00:17:20: Das wurde auch politisch ganz groß, weil man dann in diesen Parkhäusern in Zürich Frauenparkplätze eingerichtet hat.

00:17:28: dass die näher beim Lift waren, die besser ausgeleuchtet waren, und und und.

00:17:33: Als es zehn Jahre später zum Prozess gegen Carolina Haar kommt, sagt sie aus, dass sie es gereizt hat, es noch mal zu machen.

00:17:40: Dass sie noch mal die Lust darauf hatte, eine Frau in einem Parkhaus zu töten.

00:17:55: Dabei achtet sie darauf, nicht von den Sicherheitskameras gefilmt zu werden.

00:18:00: Und nach einer halben Stunde hat sie ihr Opfer gefunden.

00:18:03: Eine vierzigjährige Frau.

00:18:04: Diese aber hat ein ungutes Gefühl, als sie bemerkt, wie eine unbekannte Frau zielgerichtet auf sie zukommt.

00:18:10: Daraufhin dreht sie sich um, geht mit schnellen Schritten zu ihrem Auto, steigt hastig ein, verriegelt die Türen und fährt los.

00:18:17: Sie kann der Frauenmörderin Caroline Haar entkommen.

00:18:26: Dienstag, der Jannuar, Zürich.

00:18:32: Seit dem Parkhaus Mord, wie der Angriff auf Annika in der Schweizer Presse genannt wird, sind knapp sechs Jahre vergangen.

00:18:39: Es ist ca.

00:18:39: neunzehn Uhr und dunkel, als die einundsechzigjährige Verena am Zürichsee in der Nähe der Parkanlage Chinagarten entlangläuft.

00:18:48: Über die roten Mauern hinweg kann Verena die goldenen Dächer der chinesischen Parbillon sehen.

00:18:53: Die Straßenlatern, die am Wegrand stehen, beleuchten das große rote Eingangstor.

00:18:57: Auf der Wiese am Ufer des Sees liegen im Sommer Menschen und lassen sich bräunen.

00:19:02: Aber jetzt im Winter ist diese Wiese leer und verlassen.

00:19:05: Außer Verena ist niemand hier.

00:19:07: Niemand bis auf Karolina Ha.

00:19:10: Sie lauert in einem Gebüschner am Wegrand, entschlossen, eine weitere Frau umzubringen.

00:19:15: Wie schon bei den Angriffen in den Parkhäusern, möchte Caroline Ha auf eine Frau warten, die zufällig vorbeikommt, um sie zu erschrecken und zu töten.

00:19:23: Nur das erschrecken reiche ich nicht.

00:19:24: Das gehöre für sie mit dem Morden zusammen, sagt sie später der Polizei.

00:19:29: In der Tasche hat sie ein Cuttermesser mit herausgefahrener Klinge.

00:19:32: Caroline Ha ist bereit zum Angriff.

00:19:35: Nichts an läuft Verena durch den China-Garten, als Caroline Ha ihr Versteck verlässt und auf sie zugeht.

00:19:41: Plötzlich spürt Verena eine fremde Hand an ihrem Hals, die sie festhält.

00:19:45: Die andere Hand erscheint vor ihrem Gesicht, mit einem Messer auf sie gerichtet.

00:19:49: Verena hat Panik.

00:19:50: Wer ist diese Person?

00:19:51: Was will sie von ihr?

00:19:53: Sie schreit.

00:19:54: Carolina Haar schneidet Verena mit dem Messer an den Hals.

00:19:57: Der Schnitt ist sechzehn Zentimeter lang.

00:20:00: Trotz dieser lebensbedrohlichen Verletzung währt sich Verena weiter.

00:20:03: Sie versucht Carolina Haar von sich zu stoßen und sich aus ihrem klammen Griff zu befreien, um die Angreiferin loszuwerden.

00:20:10: Währenddessen sticht Carolina Haar weiter mit dem Cuttermesser auf sie ein und verletzt Verena dabei an den Armen.

00:20:16: Verena schafft es, dass die Klinge des Messers abricht.

00:20:19: Carolina Haar schmeißt das unbrauchbar gewordene Messer weg und holt ein zweites hervor.

00:20:24: Damit sticht sie weiter auf Verena ein, trifft ihren Oberkörper.

00:20:29: Verena schreit weiter, sie will nicht aufgeben, kämpft um ihr Leben.

00:20:32: Doch langsam verlässt sie die Kraft.

00:20:35: Als sie schließlich zu Boden sinkt, immer noch schreiend, sticht Karoline die letzten Male auf sie ein.

00:20:41: Und dann wird es leise.

00:20:43: Verena kann nicht mehr schreien, sie verstummt.

00:20:48: Die Wasseroberfläche des Sees ist ruhig.

00:20:51: Nur die Lichter der Stadt spiegeln sich auf ihr, als Karoline Haar an das Ufer tritt und ihre blutverschmierten Hände und die Klinge des Messers im Zürichsee wäscht.

00:21:01: Sie ist nicht zufrieden mit ihrer Tat, wie sie später sagen wird.

00:21:04: Ihr Opfer hätte mehr Angst haben und schneller tot sein müssen.

00:21:08: Nur ein paar Meter entfernt liegt währenddessen Verena bewegungslos auf dem Boden.

00:21:13: Und obwohl es keine Anzeichen dafür gibt, dass Verena den brutalen Angriff überlebt hat, möchte Caroline Haar sicher gehen.

00:21:20: Sie nimmt einen großen Stein vom Rand des Ufers und geht zurück zu ihrem Opfer.

00:21:24: Zwei oder dreimal schlägt sie der leblosen Verena damit auf den Kopf.

00:21:29: Jetzt ist Caroline Hasich sicher.

00:21:31: Die ihr unbekannte Frau, Verena, ist tot.

00:21:43: Es ist Samstag, der Tag, mit dem wir in die Folge hier gestartet sind.

00:21:51: Seit dem brutalen Mord im China-Garten ist erst ein knappes Jahr vergangen, noch immer weiß die Polizei nicht, wer diese Tat und die Tat im Parkhaus Urania begangen haben könnte.

00:22:01: Der öffentliche Druck steigt auf die Ermittlungsbehörde.

00:22:03: Zwei ungeklärte Morde in sechs Jahren im öffentlichen Raum.

00:22:07: Die Polizei ermittelt auf Hochtouren, aber die entscheidende Spur, die fehlt.

00:22:12: Auch Mareile, deren Buchladen nur zwei Kilometer vom China-Garten entfernt ist, muss von den Angriffen gehört haben, denn die Medien waren ja voll davon.

00:22:20: Zwei ungeklärte Morde in unmittelbarer Nähe.

00:22:23: An diesem Samstag arbeitet Mareile allein in der Buchhandlung in der Kirchgasse.

00:22:28: Ihr Ehemann ist heute nicht da.

00:22:29: Am Mittag ist keine Kundschaft im Laden, als eine Person durch die Tür tritt.

00:22:34: Es ist Carolina Haar.

00:22:35: Carolina Haar war schon mal vor einem Jahr.

00:22:38: Aber als sie nur im Laden herumstand und nichts kaufte, hat Mareille ihr zu verstehen gegeben, dass sie den Laden verlassen soll.

00:22:45: Mareille kann sich an die Begegnung nicht mehr erinnern.

00:22:48: Schließlich sieht sie bei ihrer Arbeit viele unbekannte Gesichter.

00:22:51: Carolina Haar erinnert sich an den Besuch im letzten Jahr.

00:22:55: In späteren Vernehmungen wird sie sagen, dass sie, nachdem sie von Mareile gebeten wurde, die Buchhandlung zu verlassen, eine unbändige Wut gespürt hatte.

00:23:03: Und solche Vorfälle vergesse sie nie.

00:23:06: Den Besuch im Vorjahr hat Karolina Haar also genau im Kopf, während sie sich in der Buchhandlung umschaut.

00:23:12: Als sie sich sicher ist, dass keine anderen KundInnen oder MitarbeiterInnen da sind, geht Karolina Haar auf Mareile zu.

00:23:20: Mareile steht im vorderen Bereich des Ladens an der Registrierkasse.

00:23:24: Caroline Haar zückt ihr Klappmesser.

00:23:27: Alles geht so schnell, dass Mareyle gar nicht reagieren kann, bevor Caroline Haar auf sie einsticht.

00:23:32: Zwölf Mal auf ihren Hals.

00:23:35: Mareyle schreit verzweifelt um Hilfe.

00:23:37: Irgendjemand muss sie doch hören.

00:23:39: Aber die Stiche verletzen auch Mareiles Luft- und Speiseröhre.

00:23:42: So sehr, dass sie, nachdem sie sich vergeblich gewährt hat, auf den Boden zusammen sinkt.

00:23:47: Und auch als Mareyle bewegungslos vor der Kasse liegt, sticht Caroline Haar weiter auf sie ein.

00:23:52: Um sicher zu sein, dass sie tot ist.

00:23:54: So sagt sie es später in einer Aussage.

00:23:56: Damit sie besser in die Kasse kommt, stellt sich Caroline Haar auf Mareile.

00:24:01: Sie greift in die Registrierkasse, nimmt sich vierhundert Schweizer Franken und verlässt unbemerkt die Buchhandlung.

00:24:10: Später sagt Caroline Haar aus, dass die Demütigung aus dem Jahr zuvor, als Mareile sie aus dem Laden geschickt hat, noch sehr präsent in ihrem Kopf war.

00:24:19: Trotzdem sei es laut Caroline Haar keine Rache an Mareile gewesen.

00:24:23: Warum genau sie in diesem Fall, anders als bei den Morden im Parkhaus und im China-Garten, keine zufällige Frau ausgewählt hat, das kann sie selbst nicht sagen.

00:24:32: Und auch nicht, ob sie sich bewusst dafür entschieden hat, an diesem Tag mal Reile umzubringen.

00:24:36: Die Kriminalpsychologin Lydia Beenecke hatte uns die möglichen Hintergründe erklärt.

00:24:41: Sie hatte große Schwierigkeiten, damit mit Belastungen umzugehen.

00:24:45: Sie hatte dann heftige Emotionen, typischerweise heftige Wut und große Probleme, diese Wut zu regulieren.

00:24:52: Diese unangenehmen Gefühlszustände, die sie nicht gut regulieren konnte, die werden die Grundlage gewesen sein für diese sich aufbauende Spannung.

00:25:02: Und nun hat diese Spannung offenbar in einem Zusammenhang gestanden zu ihren Tötungsfantasien.

00:25:10: Und das würde bedeuten, dass bei ihr der Mechanismus entstand, wenn die Spannung zunimmt, dann werden typischerweise auch die Tötungsfantasien in Zusammenhang mit dieser Spannung immer mehr ihr Bedürfnis verstärkt haben, jetzt diese Fantasien auch auszuagieren.

00:25:26: Und sie hat ja, nachdem sie das das erste Mal getan hat, gemerkt.

00:25:30: dass es sich richtig gut anfühlte, das zu tun.

00:25:33: Das war also ein sehr, sehr befriedigendes Gefühl, zumindest im unmittelbaren Anschluss.

00:25:39: Und Menschen wiederholen etwas, was sich gut anfühlt.

00:25:43: Wir können nicht erklären, warum Caroline Ha dieses Spannungsgefühl genau an diesem Tag an Mareille ausgelassen hat.

00:25:50: Aber es ist wichtig zu sagen, dass sie sich bewusst ein weibliches Opfer ausgesucht hat.

00:25:54: In ihren Aussagen betont Caroline Ha nämlich immer wieder, dass sie nur Frauen angreift.

00:25:59: Wie auch schon bei den Taten zuvor im Parkhaus und im China-Garten, ist es ihr Ziel, eine Frau zu erschrecken und sie anschließend umzubringen.

00:26:08: Anders als bei den Angriffen zuvor bleiben Carolines Taten aber dieses Mal nicht unbemerkt.

00:26:13: Ein Nachbar der Arztes hat Mareiles Hilfeschreihe gehört.

00:26:17: Er findet Mareile in einer Lache aus Blut, er öffnet ihre Kleidung und findet die Stichverletzungen am Oberkörper.

00:26:24: Er ruft den Krankenwagen, während er versucht, Mareila zu beruhigen.

00:26:27: Immer wieder sagt er ihr, dass sie jetzt in Sicherheit ist, bis sie schließlich ins Krankenhaus gebracht wird.

00:26:33: Mareila überlebt diesen Angriff.

00:26:39: Sie ist die einzige Zeugin der Tat.

00:26:42: Bei der Vernehmung sagt sie aus, dass sie glaube, bei dem Täter würde es sich um einen Mann handeln.

00:26:47: Der Buchautor und frühere Journalist Matthias Nink, der die Täterin Caroline Haab persönlich getroffen hat, findet das nicht verwunderlich.

00:26:55: Die Karoline Haar ist sehr burschigos, also wie sie aussieht, mit ganz kurz geschorenen Haaren, mit ihrem kräftigen Körper kann sie in der Wahrnehmung schon auch als Mann durchgehen.

00:27:09: Auch nach diesem Angriff sucht die Polizei also zunächst nach einem Mann.

00:27:13: Noch scheint in der Öffentlichkeit niemand zu ahnen, dass der Täter eigentlich eine Täterin ist.

00:27:18: Carolina Haar weist zu diesem Zeitpunkt nicht, dass Mareille überlebt hat.

00:27:22: Und auch nicht, dass Mareille die letzte Frau sein wird, die sie versucht hat, zu töten.

00:27:33: Generell können wir davon ausgehen, im Prinzip, dass sie die Seele getroffen worden ist.

00:27:38: Die Seele ist richtig ein Messer hineingekommen, wenn sie so ein schlimmes Ereignis erlebt haben.

00:27:43: Und wenn ein Messer quasi in die Seele kommt, eitert sie natürlich auch da.

00:27:47: Das ist der Traumotherapeut Norbert Kröger.

00:27:49: Er benutzt hier das Bild der eiternden Wunde für eine traumatische Erfahrung, die eine Person machen musste.

00:27:55: So wie Mareyle, die in ihrem Buch laden, ohne es zu ahnen, angegriffen und niedergestochen worden ist.

00:28:00: Und dieses Messer bzw.

00:28:01: diese Erfahrung tut unheimlich weh und stellt das Leben, wie die Personen es vorher kannten, total auf den Kopf.

00:28:08: Das werden ja Grundsätze bei mir in Frage gestellt, mit denen ich eigentlich lebe.

00:28:12: Ein Grundsatz, ich bin unverletzbar, das kann ich alles machen.

00:28:15: Und jetzt ist mir was passiert, ich denke jederzeit bin ich verletzbar.

00:28:18: Zweitens Grundsatz, auch bei Straftaten, ist eigentlich, dass meine Umwelt berechenbar ist.

00:28:23: Wenn ich durch die Straßen gehe, dann rechne ich nicht damit, dass jemand kommt und mir das Messer zum Beispiel rücken stößt.

00:28:29: Oder wenn sie einkaufen gehen, vertrauen sie auch im Prinzip unter Buchs, dass da nichts passiert.

00:28:34: Auf einmal kommt ein Täter und erraubt die Kasse aus oder mit der Pistole oder schießt.

00:28:41: Also auch dieser Grundsatz wird dann umgekehrt oder verändert sich eben nicht mehr.

00:28:46: Ich kann einen vertrauen, sondern ich misst Frau andere Leuten.

00:28:51: Wie Mareyle das Erlebte verarbeitet hat und ob sie eine Trauma-Volgestörung entwickelt hat, das wissen wir nicht.

00:28:57: Aber vergessen hat sie die Attacke von Caroline Habe stimmt nicht.

00:29:00: Und das ist auch gar nicht das Ziel von Therapien im Anschluss an solche Ausnahmesituationen.

00:29:06: Unser Aufgabe ist ja, dass die Wunde, die gesetzt worden ist, das sie nicht mehr dort eitert und dass die Wunde sich schließt.

00:29:12: Und jetzt im Übertragenssinn wäre es eigentlich schön, wenn nur noch eine Narbe übrig bleibt.

00:29:16: den mich natürlich auch mal daran erinnert, wenn Jahrestage sind von bestimmten Ereignissen, aber ist es wichtig, dass ich jetzt nicht darunter pathologisch leide.

00:29:25: Und deshalb ist es so wichtig, dass traumatische Ereignisse gut verarbeitet werden, damit man Zugang bekommt zu seinen Gefühlen und diese nicht unterdrückt.

00:29:33: Aber das ist einfacher gesagt als getan, weil unsere Psyche hat in solchen Extremsituationen bestimmte Mechanismen.

00:29:39: Da kommt die ganze Hormone nach oben, die ganze Energie gekommen nach oben, das Herz schlägt schneller, sie atmet schneller.

00:29:45: Wenn Sie aber im Würgegriff eines Menschen sind oder mit Messer bedroht werden, Sie können wieder weglaufen, noch können Sie kämpfen.

00:29:53: Also werden die Gefühle irgendwie eingefroren und werden irgendwo fragmentiert und kommen dann irgendwie zum Vorschein im Rahmen von Albträumen oder im Rahmen von Triggerreaktionen.

00:30:04: Der psychologische Hintergrund ist eigentlich mir etwas passiert, was ich mich nicht wehren konnte, wo das Ganze an meine Seele, an meinen Körper gekommen ist, diese Verletzung.

00:30:12: Also versuche ich alles wegzuschieben.

00:30:14: Selbst den Ehepartner oder die Ehepartnerin schied man weg, das resultiert dann natürlich auch ein bisschen aggressive Stimmung, gereizte Stimmung, die sich nachher auch nicht gerade positiv auf das familieleben auswirken kann, wenn man nicht in eine adäquate Behandlung kommt.

00:30:30: Und das ist ein Vermeidungsverhalten, dass das Leben sehr beeinträchtigen kann?

00:30:35: Aber der Traumatherapeuten Norbert Krüger, der sich auf Opfertherapie spezialisiert hat, der hat uns im Gespräch auch mehrfach versichert, dass es sehr wirksame Therapien gibt, die meistens auch schon nach wenigen Stunden deutliche Verbesserungen der Lebensqualität mit sich bringen können.

00:30:50: Aber nicht jeder Mensch, der Schlimmes erlebt hat, braucht unbedingt professionelle Hilfe.

00:30:54: Erstmal ist es ganz wichtig, dass das soziale Umfeld emotional unterstützt.

00:30:59: Einfach da sein als Zuhörer, nicht als irgendwie schlauer Ratgeber.

00:31:03: Gut, Sie können den Rat natürlich geben, gehen wir zum weißen Ring, das ist eine Opfer-Schutz-Organisation, die unheimlich viel auch in Deutschland mitmacht, oder auch Ante, oder so.

00:31:12: aber versucht man vernünftigen Psychetraumatologen zu finden, der arbeitet aber das fertig erst, wenn Sie das Gefühl haben, dass der Partner oder die betroffene Person nach vier, sechs Wochen überhaupt nicht irgendwo aus diesem ganzen Dilemma rauskommt.

00:31:26: Was im Fall von Mareyle zur Erfahrung Opfer einer Gewalt hat geworden zu sein, dazu kommt, ist, dass sie von einer Person des eigenen Geschlechts attackiert worden ist.

00:31:36: Ich weiß bei mir auf jeden Fall auch, dass ich mich in Anwesenheit von einer Frau eigentlich immer eher sicher fühle, also jetzt im Gegensatz dazu, wenn ich irgendwie nachts auf der Straße bin und dann Mann kommt.

00:31:48: Ich glaube schon, dass es auch an der Rolle spielt, weil es ja eine Frau war.

00:31:51: Aber ich muss mal sagen, das hat aber keine qualitative Auswirkung auf die Folgeerscheidung.

00:31:56: Von der Warte aus ist es auch relativ egal, ob es ein Mann oder eine Frau gewesen ist.

00:32:01: Die Seele wird auf alle Fälle verletzt sein und da kann man also auch mitarbeiten.

00:32:05: Ich will eigentlich Frieden haben in meiner Seele.

00:32:13: Nur ein paar Tage nach der Tat im Buchladen, die Mareyle nur knapp überlebt, wird Caroline Haar von ihrer Therapeuten in eine Klinikzwang eingewiesen.

00:32:22: Sie hat ihr vier Tage nach dem Angriff auf Mareyle gestanden, dass sie sich eine Waffe gekauft hat.

00:32:27: Jetzt plane sie, sich und andere umzubringen.

00:32:30: So erzählt sie es zumindest ihrer Therapeuten.

00:32:32: Dass Caroline Haar ihre Mordphantasien schon lange umgesetzt, sogar erst vor wenigen Tagen einen weiteren Angriff begangen hat, das weiß bis dahin noch niemand.

00:32:41: Aber nur drei Tage nach der Einweisung fliegt Karolina Haar wieder aus der Klinik.

00:32:46: In der Zeit außerhalb der Psychiatrie greift sie mehrmals PolizistInnen an und wird sogar festgenommen, nachdem sie einen Stein auf Beamten wirft.

00:32:53: Doch auch aus dieser Haft wird sie wieder entlassen.

00:32:56: Kurz darauf begibt sich Karolina Haar freiwillig wieder in die Klinik.

00:33:01: Am twenty- achtem Mai, also zwei Monate nach ihrem letzten Mord, wird Karolina Haar von der Polizei verhaftet, während sie in der psychiatrischen Klinik ist.

00:33:11: Aber es ahnt immer noch niemand, dass es Carolina Haar war, die hinter den ungeklärten Frauenmorden der letzten Jahre steckt.

00:33:17: Der Grund für die Untersuchungshaft im Frühjahr'iteuninzig sind wieder Brandstiftungen.

00:33:22: In den nächsten Monaten, während des Sommers'iteuninzig, wird Carolina Haar mehrmals vernommen.

00:33:27: Mit einem Beamten der Polizei Zürich fährt Carolina Haar durch die Stadt und umliegende Kantone zur Tatortbesichtigung, um die Brandstiftungen aufzuklären.

00:33:36: Immer mehr Orte, an denen sie Brände gelegt hat, werden bekannt, die Taten addieren sich.

00:33:41: Am neunzehnten August, nineteenhundertachtundneunzig erwähnt Karolina Haar den Beamtinnen gegenüber, dass sie Mordfantasien habe.

00:33:49: Sie berichtet, in der darauffolgenden Zeit immer wieder von Träumen und Fantasien, in denen sie Menschen umbringt.

00:33:54: Und langsam bekommt die Polizei eine Ahnung, mit wem sie es hier eigentlich zu tun hat.

00:33:59: Denn in Karolina Haas vermeintlichen Traumerzählungen gibt sie Täter in Wissenpreis, über die Angriffe im Parkhaus und im China-Garten und schließlich gesteht Karolina

00:34:08: Ha.

00:34:09: Das war natürlich ein Riesending.

00:34:11: Nach so vielen Jahren, einen Mordfall zu klären, das ist selten.

00:34:14: Das ist für die Polizei und für die Staatsanwaltschaft, weil sie Weihnachten und Ostern und Halloween in einem.

00:34:23: Am fünften Juli, also acht Jahre nach dem ersten Mord im Parkhaus, tritt die Polizei vor die Presse und präsentiert ihre Ergebnisse.

00:34:32: Am nächsten Tag sind die Zeitungen in der Schweiz voll mit Schlagzeilen wie dieser.

00:34:52: sondern eine junge Frau.

00:34:55: Die Schweiz ist geschockt.

00:34:56: Später gesteht Caroline Haar auch die Taten an Mareile und an der unbekannten Frau im Parkhaus, die ihr entwischen konnte.

00:35:03: Ohne ihre Geständnisse hätte die Polizei diese Fälle wahrscheinlich niemals gelöst.

00:35:08: Zum Zeitpunkt ihrer Geständnisse sitzt sie seit über einem Jahr im Gefängnis.

00:35:12: Aber ihre Gewaltausbrüche gehen weiter.

00:35:14: In Haft greift sie immer wieder Beamtinnen oder Pflegerinnen

00:35:17: an.

00:35:18: In der Schweiz gibt es ein großes Frauengefängnis, das ist Hindlbank im Kanton Bern, der Nähe von Bern.

00:35:23: In den Siebzigerjahren hatte man dort mal einen Sicherheitstrakt gebaut, weil der Terrorismus gerade im Schwange war und weil sie eben auch Terroristinnen gaben, weil man die für unendlich gefährlich hielt.

00:35:35: Seither war dieser Sicherheitstrakt nicht mehr gebraucht, weil das Schlimmste, was man von einer Frau im Knast erwarten ... durfte war, dass sie mal einen Stuhl durch die Gegend werft oder so.

00:35:48: Und dann kam eben Caroline Haar, vor der wieder alle Angst hatten, weil sie in der Untersuchungshaft mal einen Polizisten eine Rippe gebrochen hat.

00:35:59: und eine Frau, die einem Polizisten eine Rippe bricht, das ist dann schon eine Bestie.

00:36:06: Wenn es ein Mann gewesen wäre, der das getan hätte, hätte man einfach gesagt, ja, aggressive Tat.

00:36:12: Das wäre unternommal gelaufen.

00:36:15: Aber weil sie eine Frau war, wurde sie gerade so bestia.

00:36:18: Und so haben sie dann in einen unendlich sicher gemachten Sicherheitsdrakt eingesperrt.

00:36:24: Einzelhaft.

00:36:26: Und dort im Gefängnis Hindlbank sitzt Caroline Ha.

00:36:29: auch noch heute, im Dezember, also vor über zwanzig Jahren, fällt nach nur einem Tag Hauptverhandlung das Urteil.

00:36:39: Lebenslange Freiheitsstrafe und Verwahrung.

00:36:42: Ihre Zelle teilt Carolina Haar von Anfang an nur mit einem einzigen Lebewesen, der Katze Zeus.

00:36:49: Als diese stirbt, kommt Szenarios.

00:36:51: Natürlich darf die Katze jederzeit die Zelle verlassen.

00:36:54: Carolina Haar hingegen kann nur unter Aufsicht eine Stunde pro Tag auf einen kleinen Innenhof.

00:36:59: In den letzten Jahren besucht sie eine Reporterin der neuen Zürcher Zeitung und redet mit ihr über das Leben in Isolationshaft.

00:37:07: Einmal im Monat trainiert sie mit einer Sportlehrerin Tennis, erzählt sie ihr.

00:37:12: Ansonsten kann sie sich vor allem bei den kurzen Gängen im Hof bewegen.

00:37:15: An den Wochenenden darf sie getrennt durch ein Gitter auch anderen Insassenen begegnen.

00:37:20: Während sich außerhalb des Sicherheitsstraktes die Welt weiterdreht, scheint für Karolina Haar die Zeit stillzustehen.

00:37:26: Bis zu diesem Interview, mit der neuen Zürcher Zeitung und wahrscheinlich auch bis heute, war Karolina Haar noch nie im Internet.

00:37:34: Auch ein Smartphone hat sie nicht.

00:37:36: Der einzige Kontakt zur Außenwelt sind die Mitarbeitenden des Gefängnisses Hindlbank und die vereinzelten Besuche von Reporterinnen, von ihren Eltern und von ihrem Anwalt.

00:37:46: Er, Caroline Haas-Anwalt, kritisiert die Haftbedingungen seiner Mandanten.

00:37:51: Mehrfach hat er schon versucht, die Verwahrung in eine stationäre Maßnahme umzuwandeln, aber ohne Erfolg.

00:37:57: Der Grund, mangelnde Therapieaussicht.

00:38:00: Die Schweizer Nationale Kommission für die Verhützung von Folter äußert sich Jahrzehntzehn nach einem Besuch im Sicherheiztrakthindelbank.

00:38:07: Die Haftbedingungen könnten als Menschen unwürdig angesehen werden und sollten den realen Risiken angepasst werden.

00:38:13: Kritische Stimmen vermuten, dass Caroline Haas Haftbedingungen besonders hart sind, weil sie eine Frau ist und das mit einem ähnlichen männlichen Straftäter anders umgegangen worden wäre.

00:38:23: Ich glaube, es ist nicht nur Schweiz.

00:38:25: Ich glaube, es ist einfach so, dass man Frauen für weniger Gewalttätigkeit als Männer hält, was ja auch stimmt.

00:38:30: Also, wenn man die Statistiken anschaut, sind die Männer Gewalttätiger.

00:38:35: Wenn dann eine Frau mal richtig dreinschlägt, dann ist das so ... Alles hoch zehn und mit vielen roten Lampen und Ausrufe zeichnen.

00:38:43: Die Wahrnehmung des Fallbeobachters Matthias Nink teilt auch Lena Hessig.

00:38:47: Die Kriminalogen und Psychologin arbeitet seit knapp vierzig Jahren mit gewalttätigen Frauen.

00:38:53: Sie ist Psychotherapeutin von Straftäterinnen im Gefängnis und auch Beraterin bei einer Organisation, an die sich gewalttätige Frauen anonym wenden können.

00:39:01: Sie hat uns von Schweizer Studien zum Umgang mit weiblichen Straftäterinnen erzählt.

00:39:06: Es gibt uns um die Zeichen, dass Frauen, wenn sie töten, höhere Strafen bekommen haben.

00:39:12: Und

00:39:13: es gibt auch zum Beispiel Untersuchungen, die zeigen, dass Frauen sich zehnmal mehr bewähren müssen, bevor sie hafte Leichterungen haben als Männer.

00:39:24: Aber ich kann nicht auf Literatur oder Fachliteratur zurückgreifen, dass das wirklich bestätigt.

00:39:30: Also für mich ist es wirklich so.

00:39:33: dass ich manchmal im Erleben oder Begleitung von Straftäterinnen gesehen habe, dass die mehr leisten mussten als Männer leisten mussten.

00:39:45: Die fehlende Fachliteratur zum Thema kommt daher, dass die Wissenschaft beim Thema Gewalttätige Frauen mächtig hinterherhängt.

00:39:51: Die Tätetypologie, die angebrochen wird in der Fachliteratur, die kann man wirklich nicht anwenden für Frauen.

00:39:59: Die kann man nur anwenden für Männer.

00:40:03: Das heißt, die Sensität für die Phänomene, die Beachtung finden sollten, sind damit auch unter den Tisch gewusst.

00:40:14: Wahrscheinlich ist ein Grund für diese mangelnde Forschung, dass weibliche Täterinnen einen viel kleineren Prozentsatz ausmachen, im Vergleich zu überwiegend männlichen Tätern.

00:40:23: Wenn wir uns die polizeilich erfassten, vollendeten Tötungsdelikte, in der Schweiz, dann sehen wir neunvierzig männliche Tatverdächtige gegenüber vier weiblichen, also mehr als zehnmal so viele Männer.

00:40:37: Und der Blick zu uns nach Deutschland, der zeigt eine ähnliche Verteilung.

00:40:40: Hier zählt nämlich die polizeiliche Kriminalstatistik von twenty-一undzwanzig, vierhundertviertzig männliche Mordverdächtige und einundsechzig weibliche Mordverdächtige.

00:40:51: Die gewalttätige Frau ist also im juristischen Kontext eine Ausnahme, dementsprechend auch in der Wahrnehmung.

00:40:57: Das ist nicht alltäglich zu lesen.

00:41:00: Jedes Mal, wenn es vollkommt, ist es ein Eckklar.

00:41:03: Die Frau ist die fühlsäubliche, handzame, pflegeleichte Partnerin im sozialen Geschehen.

00:41:10: Und das Zugeständnis, dass Frau auch einmal etwas machen kann, das man schon lange macht, das ist einfach nicht gegeben.

00:41:21: Und der unterschiedliche Umgang mit den Geschlechtern, von dem Lena Hesse hier spricht, der ist ein Großproblem in der Therapie von gewalttätigen Frauen.

00:41:29: Laut der Psychologin werden Menschen häufig gewalttätig, wenn sie ein Gefühl der Hilflosigkeit verspüren und davon überzeugt sind, dass es keine andere Möglichkeit der Konfliktlösung gibt.

00:41:39: Dieser Irrglaube kann in der Therapie behandelt und korrigiert werden.

00:41:43: Problematisch ist es aber, wenn man sich im Anschluss wieder in einer dauerhaft machtlosen Position wiederfindet.

00:41:49: Bei Männern ist das seltener der Fall.

00:41:52: Aber die Frau, die hat zusätzlich, wenn sie hinausgeht in die Gesellschaft, immer wieder Situationen, wo sie gedemütigt wird oder nicht kompetent angeschaut wird.

00:42:06: pinnt sich wieder in einem Zustand der Hilflosigkeit und keine Möglichkeit, den Konflikt geeignet anzugehen.

00:42:15: Also die Gleichstellung von Mann und Frau in der Gesellschaft ist noch überhaupt nicht an dem Ort, wo Frauen sich gleichwertig handlungswirksam bewegen können.

00:42:28: Aber in den Köpfen von der Gesellschaft ist immer noch ... Der Mann hat die Führungskraft, der Mann darf die Kontrolle haben.

00:42:37: Und die Frauen sind nicht wirklich akzeptiert, dass die Person, die auch Lösungen finden kann, die auch führen kann und die auch etwas kontrollieren können.

00:42:48: Die Frustration und Gewalt, die sich da aufstaut, muss sich dann in der Ausführung aber nicht zwangsläufig gegen den Aggressor richten.

00:42:55: Lena Hessig kann aus ihrer thirty- achtjährigen Erfahrung mit gewalttätigen Frauen berichten und hat uns erzählt, wer denn zu ihr in die anonyme Gewaltberatung

00:43:05: kommt.

00:43:06: Sag mir mal, zwei Drittel sind die Frauen eben, Mütter, die die Kindeslagen und ein Drittel sind sie.

00:43:14: Gewalttätig oder Gewaltshaus üben gegenüber ihrem Partner.

00:43:18: Und ganz selten werden erwachsene Frauen gewalttätig gegen erwachsene Personen des eigenen Geschlechts.

00:43:24: Wenn Frauen auf andere Frauen losgehen, dann eben in partnerschaftlichen Beziehungskonflikt.

00:43:33: Mareyle, Verena und Annika waren in keiner partnerschaftlichen Beziehung mit der Täterin.

00:43:38: Zwei der drei Frauen haben sie sogar zuvor noch nie getroffen.

00:43:42: Karolina Ha ist der Spezialfall einer gewalttätigen Frau.

00:43:46: Karolin Ha hat an öffentlichen Orten fremde Frauen gezielt mit Messern angegriffen.

00:43:52: Bei solchen Taten ist es statistisch gesehen sehr viel wahrscheinlicher, dass sie von einem Mann begangen werden.

00:44:00: Die Taten von Caroline Haar sind laut der Kriminalpsychologin Lydia Behnike nicht nur besonders, weil die Ausübung so sehr der eines männlichen Täters ähnelt.

00:44:09: Das Motiv, das hinter ihren Taten steckt, das gehört auch zu den Ausnahmefällen.

00:44:13: Der Gutachter von Caroline Haar sprach von Mordlust.

00:44:17: Hierbei nahm er Bezug auf den Serienmord Subtypus, der sogenannt hedonistisch motivierten Taten.

00:44:24: Menschen, die hedonistisch motiviert, immer wieder andere töten, Streben nach maximalem Lustgewinn für sich selbst.

00:44:31: Sie verspüren ein Bedürfnis, andere Menschen zu töten und fühlen sich gut dabei ist zu tun.

00:44:35: Vor den Taten fantasieren sie, wie diese Taten ablaufen sollen, wer die Opfer sein sollen, wie diese reagieren sollen.

00:44:42: Typischerweise sollen die Opfer Angst haben und leiden.

00:44:46: In ihren Aussagen betont Caroline Haar immer wieder, wie wichtig es ihr war, dass ihre Opfer Angst hatten.

00:44:51: Zum Mord im China-Garten sagt sie, dass sie nicht nur fasziniert davon ist, wenn Menschen Todesangst haben, sondern auch, dass es sie glücklich gemacht hat, die Schreihe von Verena zu hören.

00:45:02: Das ist natürlich so eine befremdliche Aussage, das können die allermeisten wahrscheinlich und auch zum Glück einfach überhaupt nicht nachvollziehen.

00:45:08: Für mich als Nichtpsychologe klingt das als sei im Kopf irgendwas verschoben, verrückt, wobei es ja auch echt spannend ist.

00:45:15: dass ihr selbstbewusste scheinbar, dass sie eine Gefahr darstellt und sie sich deshalb bei der Polizei meldet.

00:45:20: Auch das macht sie als Täterin wahrscheinlich besonders außergewöhnlich.

00:45:23: Frauen, die primär um das Tötenswillentöten kommen insgesamt nur sehr selten vor.

00:45:27: Und wenn dann meistens im Rahmen einer pflegenden Tätigkeit beispielsweise als Krankenschwester, wenn man sich Männer anschaut, die Serienmorde begehen, dann sind die häufiger zum Beispiel auch sexuell motiviert.

00:45:41: Und auch das ist ein Punkt, der Carolina Haase besonders macht.

00:45:44: Nicht nur, dass sie eine Frau ist, die gewalttätig wird, plus dass sie ihre Opfer zufällig auf offener Straße auswählt und dass sie aus Mordlust handelt, sie ist zudem noch eine Serienmörderin.

00:45:55: Das FBI definiert Serienmord als die gesetzeswidrige Tötung von zwei oder mehr Opfern durch dieselbe oder dieselben Personen in separaten Ereignissen.

00:46:07: Etwa fünfzehn bis sechzehn Prozent aller Serienmorde in den USA werden von Frauen begangen.

00:46:13: Karolina Haar ist sogar unter den Ausnahmen ein besonderer Fall, denn neben der Mordlust ist eine weitere Motivation der Hass auf Frauen.

00:46:21: Zwar ist es nicht der ausschlaggebende Punkt, weshalb sie sich entschließt zu morden, aber ihre Opferauswahl fällt durchgehend auf das weibliche Geschlecht.

00:46:29: Laut Linia Beneke ist es wichtig, die individuellen biografischen Faktoren zu kennen, um die Handlungen von TäterInnen zu verstehen.

00:46:36: Im Fall von Caroline Haar liegt nahe, dass ihr Hass auf Frauen auch etwas mit einem Hass auf die eigene Weiblichkeit zu tun haben kann.

00:46:43: Warum sie einen derartigen Hass auf Weiblichkeit entwickelte?

00:46:47: Das ist in diesem Fall nicht öffentlich bekannt.

00:46:50: Die erfahrene Kriminalpsychologin hat auch schon mit männlichen Tätern gearbeitet, die Tötungsdelikte begangen haben.

00:46:56: und sie weiß, dass viele die genauen Beweggründe ihrer Taten oft selbst nicht kennen oder nicht in Worte fassen können und sich häufig erst nach Jahren der Therapie darüber bewusst werden.

00:47:06: Deswegen kann es sehr gut sein, dass auch im Fall von Caroline Haar einige wesentliche Dinge in ihrem Leben vorgekommen sind oder auch bestimmte Aspekte ihrer Persönlichkeit vielleicht gar nicht in der Tiefe im Urteil abgebildet werden, sodass wir jetzt gar nicht genau sagen können, was jetzt wirklich bei dieser Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu dem Menschen, der diese Taten begangen hat, was da wirklich konkret in welchem Wechselspiel eine entscheidende Rolle gespielt hat und dieses Ergebnis bewirkt hat.

00:47:40: Es fällt jedenfalls auf, wenn man sich die Taten von Caroline Haak chronologisch in ihrem Leben ansieht.

00:47:46: Sowohl die Morde als auch die Versuchtenmorde geschehen dann, wenn sich ihr Leben in einer eher instabilen Phase befindet.

00:47:53: Beispielsweise nachdem sie ihren Job verloren hat und arbeitslos ist.

00:48:01: Es gibt nur das nackte Geständnis der Täterin und die Polizei hat sonst nichts.

00:48:07: Die haben gar nichts in der Hand, keine weiteren Beweise.

00:48:10: Der Fallbeobachter Matthias Nink, der hat uns erzählt, dass er mittlerweile daran zweifelt, ob Caroline Haar die Taten wirklich begangen oder alleine begangen hat.

00:48:20: Mehrmals hat sie ihre Aussagen und Geständnisse zurückgerufen.

00:48:24: Im Fall von Caroline Haar könnten ihre Schwankenden und widersprüchlich wirkenden Aussagen zu ihren Taten unter anderem mit ihrer instabilen, von widersprüchlichen Gedanken und gefühlen geprägten Persönlichkeitsstruktur zusammenhängen.

00:48:37: Über Caroline Haas Persönlichkeitsstruktur von der Lydiabeneke hier spricht, wissen wir folgendes.

00:48:43: Verschiedene Gutachterinnen stellen eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit Elementen der Borderline, einer schizuiden- und einer nazistischen Persönlichkeitsstörung fest, also ziemlich viel.

00:48:55: Allerdings und das betont Lydiabeneke immer wieder, werden die allermeisten Menschen, die eine oder mehrere dieser Störungen haben, nicht automatisch straffällig.

00:49:03: Im Fall von Carolina H. könnte die besondere Persönlichkeitsstruktur allerdings der Grund dafür sein, dass sie zunächst gesteht, dann aber teilweise Geständnisse zurückzieht und in neuen Aussagen ein erneutes Geständnis ablegt.

00:49:16: So war das zum Beispiel auch, als Carolina H. erfahren hat, dass Mareile ihren Angriff im Buchladen überlebt hat.

00:49:22: Aus Enttäuschung darüber, dass sie ihre Tat nicht, wie gedacht, vollenden konnte und aus Angst davor, Mareile später wieder vor Gericht sehen zu müssen, zieht Carolina H. ihre Geständnisse zum Versuch Mord im Buchladen zurück.

00:49:34: Später aber sagt sie erneut aus, dass sie die Tat begangen hat.

00:49:55: Ende August, für den Züricher Bezirksgericht statt, bei dem sich Caroline Haar zu dem Verdacht äußert, dass ihre Aussagen und Geständnisse falsch seien.

00:50:10: Der Grund für die Verhandlung, das Amt für Justizvollzug und Wiedereingliederung kurz JuW beantragt die Verwahrung der mittlerweile einundfünfzigjährigen Caroline Haar, in eine stationäre Maßnahme umzuwandeln.

00:50:24: Drei Richterinnen sollen darüber entscheiden.

00:50:26: Zu diesem Zeitpunkt sitzt Karolina Haar seit sechsundzwanzig Jahren im Gefängnis.

00:50:31: Sie hat ihre Geständnisse damals scheinbar nicht aus Enttäuschung über ihre unverendeten Taten zurückgezogen.

00:50:37: Karolina Haar sagt vor Gericht aus, dass sie vor über zwanzig Jahren falsche Geständnisse abgelegt habe.

00:50:44: Zur Erinnerung, das Urteil gegen Karolina Haar begründet sich zum Großteil auf den Geständnissen, die sie zu den Taten abgelegt hat.

00:50:51: Vor Gericht sagt sie im Sommer.

00:50:53: zwanzundzwanzig dazu,

00:50:56: Es hat keinen Sinn mehr, etwas einzugestehen, nur damit die Leute zufrieden sind.

00:51:01: Ich weiß, was ich damals gesagt habe und warum ich es gesagt habe.

00:51:05: Es ist nicht so, dass ich etwas verdränge.

00:51:07: Es gab Zeiten, da wünschte ich mir, ich hätte jemanden umgebracht.

00:51:11: Ich empfand mich als Feige, weil ich dazu nicht fähig war.

00:51:13: Ich wollte als gefährlicher Mensch wahrgenommen werden.

00:51:17: Mit dem Eingestehen der Tötungsdelikte erreichte ich, dass alle auf mich schauten, auf mich hörten, mir glaubten und mich ernst nahmen.

00:51:25: Es spielte für mich keine Rolle.

00:51:26: Ich wusste ja, dass ich wegen der Brandstiftung ins Gefängnis kommen würde.

00:51:30: Ich hatte allerdings nicht gedacht, dass ich nach über zwanzig Jahren immer noch in Hindelbank sein würde.

00:51:36: Hindelbank ist das Gefängnis, in dem Caroline Haar jetzt seit mehr als zwanzig Jahren einsetzt.

00:51:42: Auch wenn Caroline Haar ihre Geständnisse als falsch bezeichnet, bleibt sie weiterhin für die Taten an Annika, Verena und Mareide rechtskräftig verurteilt.

00:51:52: Für Caroline Haar ist es ein Risiko, von den damals getätigten Geständnissen und damit den Taten Abstand zu nehmen.

00:51:58: Denn wer sich von seinen Taten distanziert, kann als nicht therapierbar angesehen werden.

00:52:03: Eine Umwandlung der Verwahrung in stationäre Maßnahmen wird also durch ihre neuen Aussagen und das Zurückziehen der laut ihr falschen Geständnisse erschwert.

00:52:13: Die Umwandlung der Verwahrung in stationäre Maßnahmen bedeutet nicht, dass Karolina Haas Strafe abgemildert wird.

00:52:20: Alle zwei Jahre kann das Juvee in der Schweiz prüfen, ob eine Umwandlung möglich und sinnvoll ist.

00:52:25: Kommt es zu einer Umwandlung von einer Verwahrung in stationäre Maßnahmen, erfolgt die stationäre Maßnahme in der Regel in einem geeigneten stationären Therapiesetting.

00:52:35: Die stationären Maßnahmen können ein erster Schritt in Richtung Bewährung sein.

00:52:40: Vor Gericht setzten sich im Sommer, dass Karolina Haas Anwald, die Universitären psychiatrischen Dienste Bern, sowie einen Gerichtspsychater dafür ein, dass der Antrag des Juwe zur Umwandlung der Verwahrung angenommen wird.

00:52:54: Mit Erfolg.

00:52:55: Am dreißigsten August, dass Karolina Haas Verwahrung in stationäre Maßnahmen umgewandelt werden.

00:53:05: Dabei geht er auch auf Caroline Haas Aussagen zu den falschen Geständnissen ein, die eine Entscheidung zwar erschwert, aber nicht unmöglich gemacht hätten.

00:53:13: Letztendlich würde man sich aber auf die Aussagen des Gerichtspsychologen und Sachverständigen verlassen, der eine Therapie für möglich hält.

00:53:20: Wie

00:53:21: die Pressestelle des Amtsgerichts Zürich uns mitteilt, ist das Urteil zur Umwandlung der Verwahrung von Caroline Haar zum Zeitpunkt dieser Aufnahme im Juni, im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im

00:53:39: Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Jahr im Wenn Caroline Haher ihre Täterin schafft, die Gefängnisstrafe und somit das Urteil durch ihre Angaben zu den falschen Geständnissen infrage stellen und somit aus der Haft entlassen werden will, bleibt ihr nur ein Weg, die Revision des Urteils von ein Jahrzehnte.

00:53:55: Stand jetzt, ist sie weiter die verurteilte Mörderin von Verena und Annika und die Angreiferin von Mareila.

00:54:02: Mareila, die den Angriff überlebt hat, war zum Zeitpunkt der Tat siebzig Jahre alt.

00:54:08: Ob sie noch mitbekommen hat, dass die Frau, die für den traumatischen Angriff auf sie verurteilt wurde, ihre Geständnisse nachträglich als Falschaussagen bezeichnet hat, wissen wir nicht.

00:54:19: In zwei Wochen geht es hier weiter mit der sechsten Staffel von zwölf Leben und neun Folgen.

00:54:36: Die erste handelt von Gertraut.

00:54:38: Sie lebt auf St.

00:54:39: Pauli.

00:54:40: ohne Wohnung, ohne Sicherheit.

00:54:42: In einer Kneipe lernt sie eine Frau kennen, die sie mitnimmt, zu einem Mann, den alle nur Fiete nennen.

00:54:48: Wenig später ist Gertrott tot, ermordet, zerstückelt, vergessen.

00:54:54: Wer Gertrott war und warum bis heute kaum jemand ihren Namen kennt, erzählen wir euch in zwei Wochen bei Zwölf Leben.

00:55:06: Bis dahin schickt uns gerne weiter euer Feedback, eure Anmerkungen oder eure Fragen.

00:55:10: Schreibt uns einfach eine Mail an zwölfleben.podimo.gmail.com oder ihr hinterlasst uns einen Kommentar hier bei Podimo unter dieser Folge.

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