#72 Marina: Epsteins Macht
Shownotes
Alle Folgen zu Marinas Geschichte findet ihr in der Podimo App: https://podimo.de/12leben _ New York, Anfang der 2000er-Jahre: Marina ist noch ein Teenager, als Jeffrey Epstein Teil ihres Alltags wird. Ein sexueller Übergriff folgt auf den nächsten. Jeffrey Epstein nutzt das Machtgefälle zwischen ihnen gezielt aus, um sie zu binden. Er verschiebt Grenzen, stellt Gewalt als Job dar und macht Abhängigkeit zur Bedingung. Marina beginnt zu glauben, dass sie funktionieren muss, um bleiben zu dürfen. Als Epstein fordert, dass sie andere Mädchen mitbringt, wird deutlich, wie dieses System arbeitet: Betroffene werden unter Druck selbst Teil der Struktur, die sie ausbeutet.
In der zweiten Folge unserer Serie blicken wir hinter das System Jeffrey Epstein. Marina erzählt, wie aus Manipulation totale Abhängigkeit wird und wie Macht als Schutzschild für Täter funktioniert. Der Psychologe Prof. Franz Ruppert und die amerikanische Journalistin Ellie Finkelstein erklären, warum solche Systeme so lange bestehen können und warum Betroffene oft kriminalisiert werden, während Täter geschützt bleiben.
Triggerwarnung: In dieser Folge kommen Schilderungen von sexualisierter und psychischer Gewalt und Kindesmissbrauch vor. Bei Gewalterfahrungen findet ihr anonym und kostenfrei Unterstützung unter folgenden Nummern:
Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen”: 08000 116 016 (rund um die Uhr) Hilfe-Telefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530 Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 (rund um die Uhr) Opfer-Telefon vom Weißen Ring: 116 006 (7-22h Uhr)
Mehr Infos bekommt Ihr auf der Homepage der Online Datenbank für Betroffene von Straftaten: www.odabs.org
"12 Leben – Verbrechen an Frauen" ist ein Podcast von Podimo. Hosts: Helen Schulte und Massimo Maio Autorin dieser Folge: Kiana Lensch Schnitt und Sound: Frieder Maurer & Luca Sartori (hipitch) Ausführende Produzentin: Madeleine Petry
Transkript anzeigen
00:00:00: Hey, ihr habt gleich eine Episode unserer dreiteiligen Miniserie von Zwölfleben über das System Jeffrey Epstein.
00:00:07: Wir erzählen die Geschichte einer der Betroffenen ausführlich.
00:00:09: Die Geschichte von Marina, die mit dreizehn Jahren zum ersten Mal vergewaltigt wurde.
00:00:14: Sie hat persönlich mit uns gesprochen.
00:00:21: New York, two thousand eight.
00:00:23: Die zwanzigjährige Marina ist zu Hause.
00:00:26: Die Wohnung ist unruhig, wie so oft.
00:00:29: Frauen kommen und gehen, Untermieterinnen, Bekannte, manchmal Menschen, die gerade nicht wissen, wo sie sonst hin sollen.
00:00:36: Manche bleiben ein paar Tage, manche nur eine Nacht.
00:00:40: Es gibt kein festes System, kein Gefühl von Sicherheit.
00:00:44: Nur Alltag im Provisorium.
00:00:46: Dann klingelt es an der Tür.
00:00:48: Marina denkt zuerst an nichts Besonderes, vielleicht jemand aus dem Haus.
00:00:53: Vielleicht eine der Frauen, die wieder kommt.
00:00:55: Sie öffnet.
00:00:56: Draußen stehen zwei Personen.
00:01:08: Sie sind da, um mit ihr über Jeffrey Epstein zu sprechen.
00:01:11: In diesem Moment friert Marina's Körper ein.
00:01:17: Seit Jahren hat sie diesen Namen nicht mehr laut gedacht, ein Name, den sie weggeschoben hat.
00:01:22: Für Marina fühlt sich dieses Gespräch nicht nach Hilfe an, nicht nach Schutz, sondern nach Gefahr.
00:01:28: Sie versteht nicht, warum das FBI hier ist.
00:01:30: Sie weiß nichts von den laufenden Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein.
00:01:34: Sie weiß nur, dass er mächtig ist.
00:01:36: Sehr mächtig.
00:01:37: Jemand, über den man keine Fragen stellen sollte, wenn man keine Probleme haben möchte.
00:01:49: Marina sagt, dass sie nicht reden will.
00:01:51: Sie versucht die Tür zu schließen.
00:01:53: Doch die Agentin stellt den Fuß in den Türrahmen.
00:01:56: Sie wirft ihre Visitenkarte durch den Türspalt und macht dir klar, das Gespräch findet statt, ob Marina will oder nicht.
00:02:04: Marina ist jung, sie hat kaum Geld, keine rechtliche Sicherheit und plötzlich steht der Staat in ihrem Wohnzimmer, fordernd.
00:02:12: In diesem Moment trifft Marina eine Entscheidung, die von außen kaum zu verstehen ist.
00:02:18: Sie ruft zum ersten Mal, seit drei Jahren, den Mann an, vor dem sie sich eigentlich schützen müsste.
00:02:25: Nicht weil sie Epstein vertraut, sondern weil sie glaubt, dass er der Einzige ist, der Einfluss hat.
00:02:30: Weil sie denkt, wenn jemand hier die Kontrolle hat, dann er.
00:02:37: Das ist die zweite von drei Folgen über Marina.
00:02:40: Ihr Leben ist eines von zwölf, um die es in dieser Staffel geht.
00:03:10: Hi, ich bin Massimo.
00:03:15: Ihr hört die zweite Folge unserer dreiteiligen Serie über die Überlebenden von Jeffrey Epstein.
00:03:20: In dieser Serie hört ihr auch englischsprachige Töne.
00:03:23: Wir übersetzen diese Passagen für euch, damit ihr folgen könnt, ohne dass etwas verloren geht.
00:03:29: In der ersten Folge haben wir Marina kennengelernt, ihre Kindheit, ihre Jugend, die Verantwortung, die viel zu früh auf ihr lag.
00:03:36: Wir haben gehört, wie sexualisierte und psychische Gewalt Teil ihres Alltags wurde, ohne dass sie Worte dafür hatte.
00:03:43: und wie sie nicht den Schutz im Leben bekommen hat, den sie gebraucht hätte.
00:03:47: In dieser Folge kommen Schilderungen von sexualisierter und psychischer Gewalt und Kindesmissbrauch vor.
00:03:54: Wenn ihr selbst von Gewalt betroffen seid oder jemanden kennt, findet ihr Hilfsnummern in den Show Notes.
00:04:00: Am Ende von Folge eins steht Marina an einem Punkt, an dem sie glaubt, einen Ausweg gefunden zu haben.
00:04:06: Nicht weil sie glaubt, dass der Missbrauch, der ihr angetan wurde, richtig war, sondern weil das Geld fehlt, weil Verantwortung auf ihr lastet und weil sich alles andere noch unsicherer anfühlt.
00:04:16: Sie sagt sich, dass sie damit klarkommen muss, dass sie das aushalten kann.
00:04:21: In dieser Folge erzählen wir, was nach ihrem ersten Kontakt mit Jeffrey Epstein passiert.
00:04:27: Warum Marina nach dem ersten Übergriff zu ihm zurückgeht, obwohl sie spürt, dass es nicht in Ordnung war, was passiert ist.
00:04:34: Es geht darum, wie finanzielle Not, Verantwortung und Abhängigkeit zusammenwirken und wie aus einzelnen Entscheidungen Schritt für Schritt ein System entsteht.
00:04:44: Ein System, das junge Frauen bindet, kontrolliert und ausbeutet und das von außen oft unverständlich wirkt, von innen aber einer Logik folgt.
00:04:53: Wir bleiben wie immer bei Zwölfleben, bei der Perspektive der Betroffenen, bei Marina.
00:04:58: Nicht um den Fall, Jeffrey Epstein neu zu erzählen, dazu gibt es viele wichtige Recherchen und Berichte, sondern um zu verstehen, was dieses System für diejenigen bedeutet, die darin gefangen sind.
00:05:17: Wenige Wochen nach dem ersten Übergriff kehrt Marina zurück zu Jeffrey Epstein.
00:05:23: Nicht weil sie glaubt, dass das, was er getan hat, richtig ist, sondern weil sie glaubt, dass sie keine andere Wahl hat.
00:05:29: Zu Hause fehlt das Geld.
00:05:31: Die Verantwortung lastet auf ihr.
00:05:33: Die Angst, alles zu verlieren, wird größer.
00:05:35: Jeffrey Epstein kennt ihre Situation.
00:05:37: Er weiß, wie abhängig Marina ist.
00:05:39: Emotional, finanziell, existenziell.
00:05:42: Und er weiß, wie er das nutzen kann.
00:05:44: Zwischen Angst und Hoffnung, zwischen Abhängigkeit und dem Wunsch nach Sicherheit, beginnt Marina wieder in das große Haus in Manhattan zu gehen.
00:05:53: In den Massageraum zu Jeffrey Epstein.
00:05:57: Was von außen widersprüchlich wirkt, zurückzugehen, obwohl sie weiß, dass es ihr schadet, folgt einer inneren Logik.
00:06:04: Nicht, weil er ihr gut tut, sondern weil er etwas kontrolliert, das sie dringend braucht.
00:06:09: Geld, Stabilität, Aufmerksamkeit, das Gefühl, nicht fallen gelassen zu werden.
00:06:14: Es ist wirklich paradox, dass es obfandern von sich aus, obwohl es dann die Möglichkeit hätte, den Täter aus dem Weg zu gehen und noch wieder zum Täter zurückkehren.
00:06:23: Ein Punkt könnte sein, dass ich vorher von dem Täter auch
00:06:39: Das ist der Psychologe Professor Ruppert.
00:06:41: Was er hier beschreibt, ist kein Bild von Nähe oder Zuneigung.
00:06:45: Das ist eine Beschreibung von Manipulation, von gezielt eingesetzter Anerkennung, die Abhängigkeit erzeugt.
00:06:51: Für Marina bedeutet das, Ein Teil von ihr weiß, dass etwas nicht stimmt.
00:06:55: Ein anderer klammert sich an das, was Sicherheit verspricht.
00:06:58: Geld, Struktur, das Gefühl, gebraucht zu werden.
00:07:02: Aber neben diesem vermeintlichen Paradox spielen auch handfeste Formen von Abhängigkeit eine große Rolle im Handeln von Betroffenen.
00:07:19: Marina sagt hier, Jeffrey Epstein hat sie besessen und dass er Macht über jeden Bereich ihres Lebens hatte.
00:07:27: Er kennt ihre Ängste, ihre finanzielle Not, ihre Verantwortung für die Familie und genau das macht sie für ihn kontrollierbar.
00:07:35: So kontrollierbar, dass er nicht länger vor ihr masturbiert, sondern sie bald auch vergewaltigt.
00:07:51: Marina spricht von Vergewaltigung und wir in diesem Fall auch.
00:07:55: Marina war juristisch noch ein Kind und hatte nicht die Möglichkeit, das Geschehen einzuordnen, geschweige denn zuzustimmen.
00:08:02: Ab diesem Moment geht es nicht mehr um einzelne Begegnungen, es geht um Kontrolle.
00:08:07: Mit Marinas Rückkehr beginnt etwas, das sie später nur noch als Routine beschreiben kann.
00:08:12: Die Treffen mit Jeffrey Epstein wiederholen sich, der Ablauf wird vorhersehbar.
00:08:17: Was Marina beschreibt, ist kein Einzelfall, sondern ein Muster, das Täter gezielt nutzen.
00:08:23: Ja, also das Zentrale ist natürlich erst mal, dass der andere Mächtige ist, dass er mehr körperliche Kraft hat, dass er mehr psychisch überlegen ist, dass er nicht manipulieren kann, dass er mir auch einreden kann, dass das, was mit mir passiert, möglicherweise gar nicht so schlimm ist und mir sogar sagt, das gefällt jedoch selber.
00:08:41: Und das andere sind natürlich, das sieht immer die Frage, wie weit bin ich vorabhängig von dieser Täter?
00:08:47: Genau das passiert Marina.
00:08:49: Jeffrey Epstein ist älter, reicher, mächtiger.
00:08:52: Er bestimmt den Rahmen, setzt die Regeln, verschiebt Grenzen.
00:08:56: Gleichzeitig machte ihr klar, dass sie ihn braucht.
00:08:59: Finanziell, emotional, existenziell.
00:09:02: Was er tut, stellt er nicht als Gewalt dar, sondern als einen normalen Gegenwert zu dem Geld, das er Marina dafür zahlt.
00:09:08: Außerdem stellt er es da als etwas, das ihr angeblich gefällt.
00:09:12: Und weil diese Grenzverschiebungen nicht abrupt passieren, sondern Schritt für Schritt, beginnt Marina, an sich selbst zu zweifeln.
00:09:19: Die Situation ist für das Opfer in der Regel sehr verwirrend.
00:09:22: Dann macht jemand etwas mit mir, da dem ich vielleicht auch Verterrungen habe.
00:09:25: Und jetzt plötzlich geschieht etwas, wo ich merke, der nimmt überhaupt keine Rücksicht mehr auf eine Bedürfnisse, übergeht sämtliche meiner Stranken und Grenzen.
00:09:34: Und das führt dann auch im Blatt so, dass ich mich dann klein fühle, sehr unmächtig fühle.
00:09:39: Und das kann als nächsten Schritt dann auch wieder dazu führen, dass ich in so eine Unterwerfungsrollung gehe.
00:09:44: Mit der Zeit verändert sich auch Marinas Wahrnehmung.
00:09:47: Um zu funktionieren, beginnt sie innerlich abzuschalten.
00:09:51: Ihre Gefühle spürt sie gedämpfter, Grenzen verschwimmen immer mehr.
00:09:56: Was passiert wird härter, aggressiver.
00:09:59: Und Marina verliert zunehmend das Gefühl, Kontrolle über die Situation zu haben.
00:10:04: Warum sollte sie jetzt nein sagen, wenn sie die Dinge zuvor hat mit sich machen lassen?
00:10:09: Wenn sich das Ganze für sie zeitweise wie eine Art Beziehung angefühlt hat.
00:10:14: Nicht aus Nähe, sondern aus Abhängigkeit.
00:10:17: Marina ist nicht mehr nur jemand, der zurück kommt.
00:10:20: Sie ist gefangen in einer Dynamik aus Abhängigkeit, Macht und Gewalt.
00:10:24: Ich muss quasi in meiner Psyche ein Mechanismus und aktivieren, dem mir dann als Dissoziation, als Abspaltung bezeichnen.
00:10:31: Ich bespalt mich quasi von mir selber, aber ich gehe aus dem Kontakt mit mir selber.
00:10:35: Ich verlasse in gewisser Weise in meinen Körper.
00:10:38: Ich besuche so gut es geht, nicht da zu sein, nicht präsent zu sein, um die Situation so... Einigermaßen zu überleben.
00:10:46: Kann das dann irgendwie auch regulieren?
00:10:48: Kann das dann aushalten?
00:10:56: Für Marina fühlt sich das, was passiert, gleichzeitig schleichend und plötzlich an.
00:11:01: Es gibt keinen klaren Moment, in dem alles kippt und doch verändert sich die Situation innerhalb kurzer Zeit grundlegend.
00:11:10: Marina's Blick auf sich selbst verschiebt sich immer mehr.
00:11:13: Sie sieht sich nicht mehr nur als jemand, dem etwas widerfährt, sondern als jemand, der funktionieren muss, um bleiben zu können.
00:11:19: Marina stellt keine Fragen mehr.
00:11:21: Sie macht keine Probleme.
00:11:23: Sie widerspricht nicht, fordert nichts ein, setzt keine Grenzen.
00:11:27: Statt ihrer Erfahrungen zu hinterfragen, richtet Marina den Blick auf sich selbst.
00:11:32: Sie versucht, unauffällig zu sein, anspruchslos.
00:11:35: Sie passt sich an, lässt Dinge mit sich und ihrem Körper machen, die sie nicht will.
00:11:40: Sie hofft, ausgewählt zu werden, hofft, dass aus ihr vielleicht doch noch mehr wird.
00:11:47: Für Marina läuft der Kontakt zu Jeffrey Epstein nur über andere.
00:11:50: Über Assistentinnen, über Menschen, die Termine vergeben, Nachrichten weiterleiten, Geld auszahlen.
00:11:56: Sie sieht diese Frauen regelmäßig.
00:11:58: Sie beobachtet, wie sie arbeiten, wie sie organisiert sind, wie selbstverständlich sie sich in dieser Welt bewegen.
00:12:05: Und sie beginnt sich an etwas festzuhalten.
00:12:07: An der Idee, dass Nier zu diesem System vielleicht Schutz bedeutet, dass es besser ist, einen Platz darin zu haben, als ganz draußen zu sein und mittellos.
00:12:18: In ihrem Kopf entsteht ein Gedanke, der ihr Halt gibt.
00:12:35: Marina klammert sich an diese Vorstellung, irgendwann als Sekretärin für Jeffrey Epstein zu arbeiten, weil sie ihr erlaubt, dem Ganzen einen Sinn zu geben.
00:12:44: Weil sie Hoffnung daran findet, dass all das irgendwann zu etwas Besserem führen könnte, zu einer Position, in der sie auch Kontrolle hat.
00:12:53: Diese Vorstellung hilft Marina, dem Erlebten einen Sinn zu geben.
00:12:57: Wenn daraus irgendwann ein normaler Job werden kann, dann muss das, was passiert, nicht nur gewalt gewesen sein.
00:13:05: Was die vierzehnjährige Marina zu diesem Zeitpunkt nicht weiß, auch diese Frauen sind Teil des Systems aus Missbrauch.
00:13:11: Manche von ihnen sind selbst betroffen, selbst abhängig, selbst verletzt.
00:13:15: Doch Marina sieht das nicht.
00:13:17: Sie ist ein Kind.
00:13:18: Sie denkt nicht in Strukturen oder Machtverhältnissen.
00:13:21: Sie denkt in Möglichkeiten, in Wegen, wie sie ihre Familie unterstützen kann.
00:13:26: Marina versucht ihre Wünsche vorsichtig zu formulieren.
00:13:29: Sie sagt, Jeffrey Epstein nicht direkt, dass sie für ihn arbeiten möchte.
00:13:33: Sie sagt, dass sie hofft, irgendwann einen Platz in seinem Leben zu haben, dass sie dazugehören will.
00:13:39: Es ist ihre Art, um Anerkennung zu bitten, ohne zu viel zu verlangen.
00:13:44: Die Antwort, die sie bekommt, ist klar an Bedingungen geknüpft.
00:13:47: Vielleicht, später, wenn sie sich bewährt, wenn sie zeigt, dass sie nützlich ist.
00:13:53: So verfestigt sich die Abhängigkeit.
00:13:56: Marina glaubt, sie müsse sich nur genug anpassen, nur durchhalten, nur beweisen, dass sie es wert ist.
00:14:02: Sie vergleicht sich mit den anderen Frauen, ohne zu verstehen, dass auch sie keine Sicherheit haben, dass niemand hier geschützt ist.
00:14:08: Ja, Abhängigkeit gibt es ja in verschiedenen Hinsichten, dass wir einerseits materielle finanziell abhängiges nehmen, und andererseits aber das, was wesentlich stärker wird.
00:14:19: Es sind dann die ehemaligen Abhängigkeiten.
00:14:21: Ich fühle mich zu dieser Person nachher hingezogen.
00:14:23: Ich habe da ein positives Verhältnis zu dieser Person vorgehabt.
00:14:27: Das wird dann entsprechend von dem Täter aus genutzt, die jetzt meine Zuleigung zu ihm dann auch entsprechend ausnutzt.
00:14:34: Professor Ruppert unterscheidet hier zwei Ebenen von Abhängigkeit.
00:14:39: Zum einen die Sichtbare.
00:14:41: Geld, Jobs, Versprechen von Sicherheit oder Aufstieg.
00:14:44: Dinge, von denen Marina ganz konkret glaubt, dass sie sie braucht, um zu überleben.
00:14:49: Aber entscheidender ist die zweite Ebene, die emotionale Abhängigkeit.
00:14:53: Marina fühlt sich gesehen, ausgewählt, zeitweise sogar besonders.
00:14:58: Diese Hoffnung, gemocht zu werden, wichtig zu sein, nicht ersetzbar, wird gezielt ausgenutzt.
00:15:04: Nicht durch Nähe, sondern durch Kontrolle.
00:15:07: Für Marina bedeutet das, sie bleibt nicht, weil sie sich sicher fühlt.
00:15:11: Sie bleibt, weil sie glaubt, sich diese Sicherheit erst verdienen zu müssen.
00:15:15: Durch Anpassung, durch Schweigen, durch Aushalten.
00:15:25: Um zu verstehen, warum dieses Missbrauchsystem funktioniert, müssen wir kurz herauszoomen.
00:15:30: Denn das, was Marina erlebt, ist zwar persönlich, aber es ist kein Einzelfall.
00:15:51: Das ist Ali Finkelstein.
00:15:52: Sie arbeitet als Redakteurin und Aktivistin für die Organisation Freedom United, die sich weltweit gegen Menschenhandel einsetzt.
00:16:01: Sie erklärt hier Menschen wie Epstein werden selten hinterfragt, weil ihr Status sie schützt.
00:16:07: Polizei, Justiz, Institution gehen vorsichtiger mit ihnen um.
00:16:11: Aus Angst vor Konsequenzen.
00:16:13: Elifin Christine recherchiert zur Ausbeutung und sexualisierter Gewalt, spricht mit Betroffenen und setzt sich politisch dafür ein, dass Menschen besser geschützt werden, etwa durch sichere Migration und klare rechtliche Rahmen.
00:16:26: Im Fall Jeffrey Epstein recherchiert sie zu den Strukturen hinter dem Missbrauch, zu Netzwerken, Macht und der Frage, warum Ausbeutung so lange möglich war.
00:16:46: Elefinkis, denen beschreibt, wie Ausbeutung funktioniert.
00:16:50: Macht entsteht nicht nur durch Geld oder Berühmtheit, sondern durch Kontrolle.
00:16:55: Wenn jemand einer anderen Person die Möglichkeit nimmt, zu gehen, Hilfe zu holen oder selbst Entscheidungen zu treffen, entsteht Abhängigkeit.
00:17:03: Genau diese Abhängigkeit ist die Grundlage von Ausbeutung.
00:17:07: Im Fall Epstein kommt etwas Entscheidendes hinzu.
00:17:10: Seine Macht ist sichtbar.
00:17:12: Er bewegt sich in editären Kreisen, wird bewundert, gefürchtet, geschützt.
00:17:17: Und genau das macht es so schwer, ihn als Täter zu benennen.
00:17:35: Redakteuren
00:17:36: und Aktivisten.
00:17:37: Ellie Finkelstein beschreibt hier ein zentrales Muster.
00:17:40: Wenn Täter bereits Macht haben, gesellschaftlich, politisch oder wirtschaftlich, brauchen sie oft keine offene Gewalt, um zu kontrollieren.
00:17:48: Ihre Stellung allein reicht aus.
00:17:50: Ihr Einfluss, ihr Netzwerk, ihr Zugang zu Institutionen, die eigentlich schützen sollen, verschieben die Machtverhältnisse von Anfang an.
00:17:58: Für Marina bedeutet das, selbst wenn sie zweifelt, selbst wenn sie leidet, das System um Jeffrey Epstein herum signalisiert hier etwas anderes, dass er unangreifbar ist und sie ersetzbar.
00:18:10: Ellie Finkelstein macht aber auch klar, es geht nicht nur um Macht auf der Seite der Täter, sondern auch um die Frage, wen ein System besonders schlecht schützt.
00:18:19: Ausbeutung setzt dort an, wo Schutz fehlt, bei jungen Menschen, bei Armut, bei Migration, bei früher Gewalt.
00:18:27: Sie sagt, wer ohnehin wenig Schutz hat, wird noch leichter übersehen.
00:18:32: Wenn institutioneller Schutz nicht greift und wenn jemand hinschaut, entstehen Lücken.
00:18:37: Und genau in diesen Lücken, den sogenannten Blindspots, befinden sich junge Menschen oft unbemerkt, oft allein.
00:19:03: Was Ellie Finkestin hier meint, Ausbeutung beginnt oft genau dort, wo jemand Hilfe verspricht.
00:19:09: Geld, ein Dach über dem Kopf, Aufmerksamkeit.
00:19:12: Und daraus wird Schritt für Schritt Kontrolle.
00:19:15: Und das trifft auf Marina in mehrfacher Hinsicht zu.
00:19:18: Sie ist jung, migrantisch geprägt, lebt in finanzieller Unsicherheit und kommt aus einem gewaltvollen Zuhause.
00:19:24: Es gibt kaum Schutz durch Erwachsene, kaum Struktur, die sie auffängt.
00:19:28: Als Jeffrey Epstein in ihr Leben tritt, wirkt er nicht wie eine Bedrohung, sondern wie jemand, der Probleme löst.
00:19:35: Geld, Stabilität, Anerkennung, ein Ausweg.
00:19:39: Genau darin liegt die Gefahr.
00:19:40: Was wir Hilfe aussieht, ist Kontrolle.
00:19:44: und wird für Marina zur Abhängigkeit.
00:19:47: Was wie Rettung wirkt, wird zur Ausbeutung.
00:19:50: Und aus einzelnen Entscheidungen entsteht ein System, aus dem der Ausstieg immer schwerer wird.
00:19:58: Monate nach Beginn des Missbrauchs äußert Epstein eine klare Forderung.
00:20:03: Marina soll nicht mehr nur selbst kommen, sie soll andere mitbringen.
00:20:07: Freundinnen, Mädchen aus ihrem Umfeld.
00:20:10: Für Marina ist das eine Grenze, die sie nicht überschreiten kann.
00:20:13: Sie schämt sich, sie lehnt ab und spürt, dass dieses Nein etwas in Bewegung setzt.
00:20:23: Und
00:20:31: genau in diesem Moment verschiebt Jeffrey Epstein die Grenze erneut.
00:20:36: Er macht klar, wenn sie weiter Geld verdienen will, muss sie andere Mädchen mitbringen.
00:20:41: Er sagt ihr, dass er weiß, wie sehr sie das Geld braucht.
00:20:45: Als Marina zögert, zieht er ihr den Boden weg.
00:20:48: Er sagt, das, was sie haben, sei langweilig geworden, dass sie ihm nicht mehr reicht.
00:21:00: Das ist kein Gespräch auf Augenhöhe.
00:21:01: Es ist Druck, eine klare Botschaft.
00:21:04: Dein Wert hängt davon ab, was du für mich organisierst.
00:21:07: Und Marina wird deutlich gemacht, was auf dem Spiel steht.
00:21:10: Ihr Einkommen, ihre Existenz, die Unterstützung für ihre Familie.
00:21:14: Und mit jeder seiner Forderungen wird klarer, dass Marina hier nicht als Mensch gesehen wird, sondern als etwas, das man austauschen kann, sobald es nicht mehr interessant genug ist.
00:21:24: Als Marina das nächste Mal eine seiner Assistenten anruft, um einen Termin auszumachen, ist die Antwort kurz, kühl, eindeutig.
00:21:33: Es gebe keinen Termin für sie.
00:21:36: Jeffrey Epstein wolle sie nicht sehen.
00:21:39: Für Marina ist das ein Schlag.
00:21:41: Ihr wird spürbar gemacht, wie schnell sie an Bedeutung verliert, sobald sie nicht mehr dazu bereit ist, das zu tun, was von ihr verlangt wird.
00:22:08: Ellie Finkelstein macht deutlich, was hier passiert, ist kein Sonderfall.
00:22:12: Es ist ein Muster, das sich in vielen Fällen sexuelle Ausbeutung wiederholt.
00:22:16: Betroffene handeln nicht aus freiem Willen.
00:22:19: Sie stehen unter massiven Druck, sind emotional, finanziell oder sozial abhängig von den Tätern und leben in ständiger Angst.
00:22:27: In dieser Situation beginnen viele, das, was ihnen angetan wird, innerlich zu normalisieren.
00:22:32: Nicht, weil es sich richtig anfühlt, sondern, weil es der einzige Weg ist, die Situation auszuhalten.
00:22:38: Dieses Normalisieren ist Teil von grooming.
00:22:41: Grooming bedeutet, dass Täter sexualisierte Gewalt und sexuellen Kindesmissbrauch gezielt vorbereiten.
00:22:48: Sie gewinnen Vertrauen, schaffen Abhängigkeiten und verschieben Grenzen Schritt für Schritt.
00:22:54: So entsteht ein Zustand, in dem Betroffene sich nicht mehr frei entscheiden können und Gewalt als normal oder zumindest unvermeidlich erleben.
00:23:03: In diesem Prozess werden Betroffene nicht nur selbst kontrolliert, sie werden Teil des Systems, das sie gefangen hält.
00:23:10: Ein Punkt, der für Außenstehende oft schwer zu verstehen ist, warum Betroffene andere mit hineinziehen.
00:23:24: Ellie Finkelstein verdeutlicht, Rekrutierung von anderen Frauen ist keine Täterrolle.
00:23:30: Es ist eine Überlebenstrategie unter Zwang.
00:23:33: Aber oft werden genau diese Menschen später kriminalisiert, statt der eigentlichen Täter, die das System steuern.
00:23:41: Und auch Marina steht vor dieser Grenze.
00:23:43: Sie weiß, dass es falsch ist.
00:23:45: Und sie weiß gleichzeitig, was es für sie bedeutet, nein zu sagen.
00:23:49: In dieser Zeit verschiebt sich Marinas Leben weiter.
00:23:52: Die Situation in ihrer Familie spitzt sich wieder zu.
00:23:55: Ihr Stiefvater, der sie missbraucht hat, kommt aus dem Gefängnis zurück.
00:23:59: Trotz allem darf er wieder in die gemeinsame Wohnung ziehen.
00:24:02: Für Marina ist klar, dass sie dort nicht bleiben kann.
00:24:05: Sie fühlt sich nicht sicher.
00:24:06: Zu dem Zeitpunkt hat Marina einen Freund.
00:24:09: Er bestärkt sie darin auszuziehen, diesen Ort zu verlassen.
00:24:12: Und Marina geht.
00:24:13: Sie ist zu diesem Zeitpunkt noch sehr jung, vierzehn, vielleicht fünfzehn Jahre alt.
00:24:18: Von nun an lebt Marina mit ihrem Freund zusammen und versucht sich ein eigenes Leben aufzubauen.
00:24:24: Als er eines Tages draußen unterwegs ist, lernt sie ein Mädchen kennen.
00:24:27: Sie wirkt hilflos und mittellos.
00:24:30: Marina erkennt sich in ihr wieder.
00:24:32: Zwischen den beiden entsteht schnell eine enge Freundschaft, Vertrauen, Nähe.
00:24:37: Und irgendwann kommt die Frage nach Geld, wie Marina ihren Lebensunterhalt bestreitet.
00:24:42: Marina weicht zuerst aus, erzählt von Arbeit, von Jobs.
00:24:52: Sie
00:24:55: ist die erste Person der Marina von ihrer Erfahrung bei Jeffrey Epstein erzählt.
00:25:13: Marina erzählt ihrer Freundin, dass es da diesen älteren Mann gibt, den sie zuerst nur massiert hat und jetzt auch Sex mit ihm hat.
00:25:20: Damals konnte sie das Erlebte nicht einordnen.
00:25:23: Erst Jahre später mit Abstand erkennt sie, sie war ein Kind.
00:25:27: Und was ihr widerfahren ist, war sexualisierte Gewalt, Vergewaltigung.
00:25:31: Als Marina ihrer Freundin von allem erzählt, reagiert diese anders, als Marina es erwartet.
00:25:38: Sie sagt, dass sie mitkommen will, dass sie das auch will, dass sie das Geld braucht.
00:25:44: Marina zögert.
00:25:45: Sie sagt ihr, dass das keine gute Idee ist, dass es etwas mit ihr machen wird, dass es ihr Leben verändern könnte.
00:25:52: Doch die Freundin bleibt dabei.
00:25:54: Sie lebt inzwischen bei Marina und ihrem Freund, hat selbst kaum Möglichkeiten.
00:25:58: Und Marina gibt nach.
00:26:00: Sie macht den Anruf.
00:26:02: Wochenlang wollte Jeffrey Epstein sie nicht sehen.
00:26:04: Doch als Marina sagt, dass sie eine Freundin hat, die sie mitbringen würde, ändert sich das sofort.
00:26:11: Marina glaubt in diesem Moment nicht jemandem zu schaden.
00:26:15: Sie glaubt, weiterzugeben, was ihr selbst geholfen hat zu überleben.
00:26:19: Psychologe Prof.
00:26:21: Ruppert verdeutlicht, dass dieser Gedankengang ein klassisches Muster
00:26:45: ist.
00:26:48: Was von außen wie eine bewusste Entscheidung aussieht, entsteht aus einem inneren Zustand, aus Abhängigkeit, aus Hoffnung.
00:27:05: Marina beschreibt einen Wendepunkt.
00:27:07: In dem Moment, in dem sie ihre Freundin mitbringt, verschiebt sich alles.
00:27:12: Jeffrey Epstein richtet seine Aufmerksamkeit sofort auf die Freundin.
00:27:17: Er tauscht nummern aus.
00:27:19: Von da an kommen sie nicht nur zu zweit zurück.
00:27:21: Sie bringen weitere Mädchen mit, Freundinnen aus ihrem Umfeld.
00:27:26: Mal gehen sie gemeinsam, mal einzeln.
00:27:29: Und Marina wird deutlich vor Augen geführt, wie austauschbar sie ist.
00:27:33: Und wie wenig es in diesem System um sie als Person geht.
00:27:41: Mit der Zeit verändert sich etwas Entscheidendes zwischen den Mädchen.
00:27:44: Aus Gemeinschaft wird Konkurrenz.
00:28:04: Jeffrey
00:28:04: Epstein sorgt dafür, dass die Mädchen nicht miteinander sprechen.
00:28:08: Marina beschreibt, wie Epstein die Mädchen bewusst gegeneinander ausspielt.
00:28:13: Er vergleicht sie offen miteinander, bewertet ihre Körper und das, was sie tun müssen.
00:28:18: Er sagt der ein, dass die andere besser sei, stellt sie bloß, macht Konkurrenz daraus.
00:28:24: Nähe wird zur Leistung, Aufmerksamkeit zur Belohnung.
00:28:28: So verhindert er, dass die Mädchen miteinander sprechen oder sich solidarisieren.
00:28:33: Stattdessen entsteht ein Klima aus Unsicherheit, Scham und Rivalität.
00:28:38: Marina spricht nie mit den anderen Mädchen darüber, wie sie ihnen geht.
00:28:42: Sie sind jung.
00:28:43: Niemand stellt Fragen.
00:28:44: Niemand findet Worte für das, was sie erleben.
00:28:46: Aber für Marina ist das Gefühl eindeutig.
00:28:49: Sie fühlt sich gefangen.
00:28:51: Über Jahre hat Marina gelernt, dass ihr Wert durch Jeffrey Abstein bemessen wird.
00:28:55: Durch seine Aufmerksamkeit, seine Anerkennung, seine Nähe.
00:28:59: Dass gerade die Jugendliche, die jetzt noch nicht so gefestigt sind in ihrer Persönlichkeit, dass sie sich sehr, sehr stark abhehen machen von der Bewertung von außen, dass wenn dann jemand kommt, der ... ein gewisses Bestisch hat, erst der natürlich dann zu einem jungen Sieger, den Jugendlichen da etwas vorspielt und vorgaukelt und sagt, du bist ja etwas Besonderes, wenn du damit machst.
00:29:19: Und dann entsprechend, dass eine Art Penalität entsteht und man bezieht dann sozusagen sein eigenes Selbstwertgefühl, bezieht man dann aus dem Verhältnis zu dieser Person.
00:29:28: Und auch hast den, was man dann für diese Person machen kann.
00:29:32: Jeffrey Epstein wird für Marina zum Maßstab.
00:29:35: Nicht weil sie das will, sondern weil sie nie gelernt hat, sich selbst als wertvoll zu sehen.
00:29:40: Unabhängig von ihm.
00:29:42: Jeffrey Epstein weiß, wo sie lebt.
00:29:44: Er weiß, wo ihre Mutter lebt.
00:29:46: Er kennt ihre Wege, ihre Abhängigkeiten, ihre Geschichte.
00:29:49: Als Marina in eine andere Wohnung zieht, schickt er ihr Möbel dorthin.
00:29:54: Ungefragt selbstverständlich.
00:29:56: Was zwischen ihr und Jeffrey Epstein besteht, lässt sich für Marina kaum benennen.
00:30:01: Es ist keine Beziehung, keine Freundschaft.
00:30:04: Kein Job und doch von allem etwas.
00:30:08: Vor allem aber ist es toxisch.
00:30:10: Und mit jedem Schritt wird das Gefühl stärker, dass es keinen einfachen Ausweg gibt.
00:30:28: Als Marina siebzehn ist, sagt ihr Jeffrey Epstein ganz deutlich, dass sie nicht mehr jung genug für ihn ist.
00:30:34: Marina spürt, wie sie aussortiert wird.
00:30:36: Nicht weil sie etwas falsch gemacht hat, sondern weil sie älter geworden
00:30:43: ist.
00:30:53: Das, was
00:30:58: Psychologe Franz Ruppert hier beschreibt, passiert auch bei Marina.
00:31:02: Für sie ist das ein Bruch.
00:31:04: Nicht nur mit Jeffrey Epstein, sondern mit dem Bild, dass sie von sich selbst hatte.
00:31:08: Marina versucht sich anzupassen.
00:31:10: Sie verändert ihr Aussehen, schminkt sich weniger, hofft Jünger zu wirken.
00:31:15: Immer wieder macht sie Diäten, weil Jeffrey Epstein findet, dass sie zu sehr zugenommen hat.
00:31:20: Sie glaubt, dass sie etwas tun muss, um weiter akzeptiert zu werden.
00:31:24: Doch all das ändert nichts.
00:31:27: Jeffrey Epstein will sie nicht mehr sehen.
00:31:29: Für Marina endet damit die Hoffnung, die sie sich lange gemacht hat.
00:31:34: Danach versucht Marina, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen.
00:31:37: Sie sucht sich andere Jobs, kümmert sich um ihren Alltag, um ihre Zukunft.
00:31:41: Etwas, das lange nicht möglich war, weil sie in einem System aus Abhängigkeit und Kontrolle festgesteckt hat.
00:31:47: Sie baut Abstand auf, weil sie funktionieren muss, weil das Leben weitergeht, auch wenn vieles umgeklärt bleibt.
00:31:53: Aber drei Jahre später, im Jahr, steht plötzlich jemand vor ihrer Tür.
00:32:04: Im Jahr, holt die Vergangenheit Marina plötzlich ein.
00:32:09: Eines Tages klingelt es an ihrer Tür.
00:32:12: Draußen stehen zwei FBI-Agentinnen.
00:32:15: Der Ton ist von Beginn an hart, direkt, fordernd, konfrontativ.
00:32:20: Für die zwanzigjährige Marina führt sich dieses Gespräch nicht nach Hilfe an, sondern wie ein weiterer Übergriff.
00:32:47: Die Beamtinnen wollen mit ihr über Jeffrey Epstein sprechen.
00:32:51: Marina reagiert instinktiv.
00:32:52: Sie sagt, dass sie nicht sprechen will, versucht die Tür zu schließen.
00:32:56: Doch die Agentin hält sie auf, stellt den Fuß in die Tür, macht klar, dass dieses Gespräch stattfinden wird, ob Marina will oder nicht.
00:33:04: Eine Visitenkarte fällt zu Boden.
00:33:06: Marina schließt die Tür, erst danach hebt sie die Karte auf.
00:33:10: Marina lebt zu diesem Zeitpunkt nicht allein.
00:33:13: In der Wohnung wohnen zeitweise auch andere Frauen.
00:33:16: Manche bleiben nur ein paar Nächte, manche länger.
00:33:19: Frauen ohne festen Wohnsatz, ohne Absicherung.
00:33:22: Viele von ihnen sind Migrantinnen, einige ohne gesicherten Aufenthaltsstatus.
00:33:27: Marina lässt sie bei sich unterkommen, weil sie weiß, wie es ist, keinen sicheren Ort zu haben.
00:33:32: Als die Bundesbeamtinnen vor der Tür stehen, wird ihr schlagartig klar, was auf dem Spiel steht.
00:33:38: Nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch die der anderen.
00:33:42: Und dass dieses Gespräch Konsequenzen haben kann, nicht nur für
00:33:58: sie.
00:34:05: Marina fragt eine Freundin, was sie tun soll.
00:34:08: Die Freundin sagt ihr, sie soll Jeffrey Epstein anrufen.
00:34:11: Ein Anwalt kann Marina sich nicht leisten.
00:34:13: Niemand hat ihr erklärt, welche Rechte sie hat oder dass sie Unterstützung bekommen könnte.
00:34:18: In diesem Moment denkt Marina nur daran, dass Jeffrey Epstein Einfluss hat.
00:34:30: schon negative Erfahrungen gemacht oder er wird dann quasi auf dem Täter auch
00:34:33: davor gewarnt und
00:34:34: sagt, wenn die Polizei dann kommt und glaubt ihnen nicht, die behaupten nicht, dass das gar nicht stimmt und so.
00:34:39: Also lass dich da lieber nicht darauf ein.
00:34:42: Was Psychologe-Professor Ruppert beschreibt, ist genau das, was Marina erlebt.
00:34:47: In einem Moment maximaler Angst vertraut sie nicht denen, die an der Tür stehen und deren Job es ist, für Recht und Ordnung zu sorgen, sondern dem Mann, der sie jahrelang kontrolliert hat.
00:34:58: Also greift sie zum Telefon und ruft die Assistentin von Jeffrey Epstein an.
00:35:18: Marina erzählt der Assistentin und dann Epstein selbst, dass das FBI gerade seinet wegen vor ihrer Türstand.
00:35:25: Doch Epstein blockt ab.
00:35:27: Er sagt ihr, sie solle ihn nicht mehr kontaktieren.
00:35:30: Kein Gespräch, keine Erklärung.
00:35:32: Stattdessen kündigt er an, dass sich ein Anwalt bei ihr melden werde.
00:35:37: Für Marina ist in diesem Moment klar, wie ernst die Lage ist.
00:35:40: Sie macht deutlich, dass sie reden wird, wenn sie ohne Unterstützung bleibt, weil sie keine andere Möglichkeit sieht.
00:35:46: Wenig später meldet sich tatsächlich ein Anwalt.
00:35:49: Innerhalb einer Stunde wird ein persönlicher Termin vereinbart.
00:35:53: Marina geht hin.
00:35:55: Nicht aus Vertrauen, sondern aus Not.
00:35:57: Weil sie hofft, auf diese Weise wenigstens ein kleines Stück Kontrolle zurückzugewinnen, in einer Situation, die ihr komplett entgleitet.
00:36:20: Marina hat von Anfang an das Gefühl, dass diese Anwälte nicht auf ihrer Seite stehen.
00:36:25: Sie versteht, sie wurden nicht engagiert, um sie zu schützen, sondern um Epstein zu schützen.
00:36:29: In der Kanzlei wird sie befragt, nicht als jemand, dem etwas angetan wurde, sondern als jemand, der erklären soll, was sie getan hat.
00:36:37: Die Anwälte sprechen mit Marina, um zu verstehen, wie gefährlich sie für Epstein werden könnte.
00:36:58: Marina zweifelt, ob sie überhaupt ehrlich sein darf.
00:37:01: Die Anwälte fordern sie auf, alles zu erzählen.
00:37:05: Jedes Detail ihrer Kontakte mit Epstein.
00:37:08: Also spricht sie über das, was passiert ist, über die Übergriffe, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt das Erlebte nur nicht als Gewalt benennen kann.
00:37:16: Lange Zeit glaubt Marina, dass sie die einzige ist, die andere Mädchen zu Jeffrey Epstein mitgebracht hat, dass das alles irgendwie nur mit ihr zu tun hat.
00:37:25: Wenn sie in seinem Haus gewartet hat, hat sie andere Mädchen gesehen.
00:37:29: Eine kommt die Treppe herunter, eine andere sitzt bereits da und wartet.
00:37:33: Wenn Marina geht, ist die nächste schon da.
00:37:35: Flüchtige Begegnungen, kurze Blicke, kein Austausch.
00:37:39: Doch Marina ordnet das nicht ein, nicht damals.
00:37:43: nicht in diesem Moment.
00:37:44: Sie glaubt lange, dass es alles nur mit ihr zu tun hat, mit ihren Entscheidungen, ihrem Schweigen, ihrer Situation.
00:37:53: Als Jahre später das FBI bei ihr klingelt, weiß sie noch immer nicht, wie groß dieses System wirklich ist.
00:38:00: Sie weiß nicht, wie viele anderes gibt.
00:38:02: Und genau daraus entsteht eine weitere Angst, die Angst selbst zur Schuldigen gemacht zu werden.
00:38:08: Ali Finkelstein beschreibt, dass genau das ein wiederkehrendes Muster in Fällen von sexueller Ausbeutung ist.
00:38:21: Ali
00:38:27: Finkelstein erklärt, die Verantwortung verschiebt sich, weg von den Mächtigen hin zu denen, die ohnehin kaum Schutz haben.
00:38:35: Im System Epstein wurden gezielt minderjährige Mädchen angeworben und zur sexuellen Ausbeutung gebracht.
00:38:41: Das ist eine Straftat.
00:38:43: Doch Marina war nicht nur betroffen, sie wurde auch Teil dieses Systems.
00:38:47: Unter Druck aus Angst und Abhängigkeit brachte sie selbst weitere Mädchen zu Jeffrey Epstein.
00:38:52: Genau das verstärkt ihre Angst, als sie Jahre später das FBI vor ihrer Tür steht und auch als sie mit den Anwälten von Epstein spricht.
00:39:01: Sie hat Angst davor, selbst kriminalisiert zu werden für das Anwerben anderer Minderjähriger zur sexuellen Ausbeutung, was Marina nur auf den Druck Epsteins hin getan hat.
00:39:13: Erst nach und nach begreift Marina, wie ernst die Situation ist.
00:39:17: Die Anwälte von Jeffrey Epstein erklären ihr, dass sie vor Gericht erscheinen muss, da ein Verfahren gegen Epstein in Florida läuft.
00:39:23: Was genau das bedeutet, bleibt wager.
00:39:26: Marina reagiert panisch.
00:39:27: Sie sagt, dass sie nicht vor Gericht gehen will, dass sie Angst hat.
00:39:31: Sie ist Migrantin und lebt ohne echte Sicherheit in diesem Land.
00:39:34: Und genau dort setzen die Anwälte an, um Marina weiter unter Druck zu setzen.
00:39:39: Plötzlich steht nicht mehr nur das Verfahren im Raum.
00:39:42: sondern ihre Existenz.
00:39:44: Es wird von Behörden gesprochen, von Polizei, vom FBI und von den möglichen Konsequenzen.
00:39:51: Für Marina verdichtet sich alles zu einer einzigen Angst, abgeschoben zu werden.
00:39:57: Sie denkt an ihrer Mutter, der Druck wächst.
00:39:59: Jede Entscheidung fühlt sich falsch an.
00:40:02: Marina trifft sich noch einmal mit den Anwälten.
00:40:05: Wieder wird ihr gesagt, dass sie vor Gericht erscheinen und aussagen muss, über ihre Rolle, über das, was sie getan haben soll, dass das Pflicht ist.
00:40:13: Ob das eine tatsächliche Pflicht ist oder eine Strategie, um sie einzuschüchtern, kann Marina nicht einschätzen.
00:40:19: Für sie klingt es wie eine Drohung.
00:40:21: Und sie weiß, diese Anwälter arbeiten nicht für sie.
00:40:25: Marina spürt zwei Gefahren gleichzeitig.
00:40:28: Die eine kommt von oben.
00:40:29: Jeffrey Epstein, ein Mann mit Geld, Kontakten, Einfluss.
00:40:33: Jemand, der ihr jahrelang eingeredet hat, erstehe über dem Gesetz, dass er überall seine Leute habe, dass ihm niemand etwas anhaben könne.
00:40:40: Die
00:40:41: andere Gefahr richtet sich gegen sie selbst, gegen ihre Rolle in diesem System, gegen die Tatsache, dass sie als Minderjährige auch andere Mädchen mitgebracht hat.
00:40:53: Marina hat Angst, dass nicht er zur Verantwortung gezogen wird, sondern sie.
00:40:58: Für Marina fühlt sich das real an.
00:41:01: Sie ist jung, ohne Schutz, ohne Geld, ohne Sicherheitsnetz.
00:41:05: Er erscheint ihr allmächtig.
00:41:07: Sie selbst, bedeutungslos.
00:41:09: Und in diesem Ungleichgewicht stellt sich für sie nur noch eine Frage.
00:41:14: Wenn sie aussagt, wenn sie offenlegt, was passiert ist und welche Rolle sie in diesem System hatte, was riskiert sie dann für sich und ihre Familie?
00:41:36: Bevor es hier weitergeht, kurz die Info für euch, dass ihr gerade die zweite von drei Folgen über die Geschichte von Marina hört.
00:41:43: Alle Folgen findet ihr in der Podimo App.
00:41:46: Nur in Zusammenarbeit mit Podimo ist diese intensive Recherche und die Arbeit an diesem Podcast möglich.
00:41:52: Deshalb freuen wir uns, wenn ihr nach der Folge in der Podimo App weiter hört.
00:41:56: Alle Infos dazu findet ihr in der Beschreibung der Folge.
00:42:16: Als Marina kurze Zeit später vom Anwaltsbüro kontaktiert wird, um ihr mitzuteilen, dass sie nicht vor Gericht aussagen muss, ist Marina erleichtert.
00:42:25: Sie solle Appsteam aber nicht mehr anrufen oder anderweitig Kontakt suchen.
00:42:29: Marina zieht sich zurück.
00:42:36: Doch sie tut es nicht.
00:42:38: Zu groß ist die Angst, zu unsicher ihre Situation, zu massiv der Druck.
00:42:43: Währenddessen verhandelt die Staatsanwaltschaft in Florida im Hintergrund mit Jeffrey Epstein.
00:42:49: Ohne die betroffenen Frauen einzubeziehen, ohne sie zu informieren, ohne ihnen eine Stimme zu geben.
00:42:55: Es kommt zu einem Deal.
00:42:57: Epstein bekennt sich im Jahr eight in Florida zu zwei strafrechtlichen Vorwürfen im Zusammenhang mit Prostitution schuldig.
00:43:05: Darunter die Anwerbung einer Person unter achtzehn zur Prostitution, also einer Minderjährigen, und ein weiterer Fall von Prostitutionsaufforderung.
00:43:14: Doch dieser Deal ist stark abgeschwächt und wird auch als Sweetheart-Deal bezeichnet.
00:43:20: Er ist Teil eines geheimen Bundesvertrages, in dem die Bundesregierung zustimmt, weitere, weit aus schwerwiegendere Bundesanklagen nicht zu verfolgen, darunter auch solche, die viel härtere Strafen nach sich gezogen hätten.
00:43:34: Epstein wird zu etwa achtzehn Monaten Haft verurteilt.
00:43:37: Doch er verbringt den größten Teil dieser Zeit außerhalb der Haft im Rahmen eines sogenannten Work Release-Programms.
00:43:44: Er darf tagsüber arbeiten und kehrt nur zum Schlafen in den Gefängnisteil zurück.
00:43:50: Er wird außerdem als Sexualstraftäter registriert, verbringt aber insgesamt nur rund dreizehn Monate seiner Strafe im Vollzug, bevor er entlassen wird.
00:43:59: Für die Betroffenen ist das ein tiefer Schlag.
00:44:02: Denn eigentlich hätten sie informiert werden müssen.
00:44:04: Der Crime Victims Rights Act, ein Gesetz, das Opfer schützt und in Mitsprache Rechte garantiert, wird in diesem Fall ignoriert.
00:44:12: Viele erfahren erst Jahre später, dass der Fall überhaupt abgeschlossen wurde.
00:44:16: Der Deal von zwei Tausend Acht beendet das Verfahren, aber nicht den Missbrauch.
00:44:21: Was hier entschieden wird, geschieht ohne Marina.
00:44:24: Der Deal schützt Jeffrey Epstein, nicht die Opfer.
00:44:28: Und dahinter lässt bei Marina das Gefühl, dass Schweigen sicherer ist als Sprechen.
00:44:34: Ein Gefühl, das sie viele Jahre begleitet.
00:44:36: Warum solche Deals möglich sind, warum mächtige Täter immer wieder geschützt werden, erklärt Ali Finkelstein.
00:45:05: Er lief in Christine, sagte er etwas Zentrales.
00:45:08: Der Fall Epstein war kein Geheimnis.
00:45:10: Viele wussten, was passiert.
00:45:12: Dass er sehr junge Mädchen ausbeutet, dass er sie weiterreicht und dass das strafbar ist.
00:45:17: Und trotzdem wurde er geschützt.
00:45:19: Nicht weil die Wahrheit unklar war, sondern weil seine Macht sie überlagert hat.
00:45:23: Sein Reichtum, sein Einfluss, seine Kontakte.
00:45:26: All das hat dafür gesorgt, dass Hinweise ignoriert, verfahren, blockiert und Fragen nicht gestellt wurden.
00:45:33: Und Ellie Finkelstein macht klar, das ist kein Sonderproblem dieses einenfalls.
00:45:37: Es zeigt ein grundsätzliches Versagen.
00:45:40: Ein Justizsystem, das sexualisierte Gewalt oft nicht angemessen erfassen kann und mit Fragen von Einvernehmen, Abhängigkeit und Verletzlichkeit überfordert ist.
00:45:51: In vielen Verfahren wird von freien Entscheidungen ausgegangen, obwohl Machtgefälle, Angst und Abhängigkeit, Zustimmung verzerren oder von vorneherein unmöglich machen.
00:46:02: Der Fall Epstein wirkt außergewöhnlich.
00:46:04: Wegen der Namen, wegen der Orte, wegen der Macht.
00:46:08: Aber Ellie Finkelstein sagt, genau darin liegt die Gefahr.
00:46:12: Deswegen glauben es seine Ausnahme.
00:46:14: Dabei zeigt dieser Fall vor allem, wie bereitwillig Systeme wegsehen, wenn Einfluss und Status im Spiel sind.
00:46:38: In der nächsten Folge bei Zwölf Leben.
00:46:40: Der Staat schützt Marina nicht.
00:46:42: Stattdessen bleibt bei ihr das Gefühl, dass Jeffrey Epstein mächtiger ist als alles andere.
00:46:48: Mächtiger als Institution, mächtiger als Gesetze.
00:46:53: Für Marina bedeutet das Rückzug.
00:46:55: Sie versucht, weiterzuleben.
00:46:57: Ein Leben aufzubauen, das nichts mehr mit ihm zu tun hat.
00:47:00: Zu funktionieren, zu vergessen, zu überleben.
00:47:03: My life went on.
00:47:05: You know, I got married.
00:47:07: I had a kid.
00:47:08: Marina heiratet.
00:47:09: Sie wird Mutter und glaubt, das Geschehene liege hinter ihr.
00:47:13: Doch während sie schweigt, verschwindet der Fall nicht.
00:47:16: Im Hintergrundbeginn Behörden erneut, aktiver hinzusehen.
00:47:21: Alte Entscheidungen werden in Frage gestellt, Betroffene werden angehört und Akten neu gelesen.
00:47:26: Und plötzlich wird klar, das, was das Beende schien, war nie wirklich vorbei.
00:47:35: Frauen, die älter sind und Frauen, die jünger sind.
00:47:38: Frauen, die noch tiefer abhängig sind.
00:47:40: Frauen, deren Geschichten erst ans Licht kommen, weil jemand anfängt zu fragen, wer eigentlich geschützt wurde und wer nicht.
00:47:48: In der nächsten Folge erzählen wir, was passiert, als der Fall Jeffrey Epstein offiziell neu aufgerollt wird.
00:47:55: Warum Marinas Aussage, die sie dann doch tätigt, als eine der ersten Minderjährigen in dem Prozess plötzlich eine Schlüsselrolle spielt.
00:48:04: Und warum dieses Verfahren anders ist als alles zuvor.
00:48:07: Öffentlich, überprüfbar und nicht mehr kontrollierbar.
00:48:11: Ein Moment, in dem Jeffrey Epstein nicht mehr bestimmen kann, was öffentlich wird und was nicht.
00:48:29: Das war Folge zwei von drei über die Geschichte von Marina.
00:48:33: Teil eins, in dem wir erzählen, wie Marina in das System Epstein kommen muss und Teil drei, in dem es darum geht, wie sie ihr Schweigen endgültig gebrochen hat, hört ihr exklusiv in der Podimo App.
00:48:44: Den Link dazu findet ihr in der Beschreibung.
00:48:47: Wenn ihr Feedback habt oder Gedanken zum Fall von Marina zum System Epstein, dann freuen wir uns über eure Kommentare unter dieser Folge in der Podimo App.
00:49:07: Wir sind Helen Schulte
00:49:08: und Massimo Majo.
00:49:10: Autorin dieser Folge, Kiana Lensch.
00:49:13: Schnitt und Sound, Frieda Maurer und Luca Satori.
00:49:17: Ausführende Produzentin, Madeline Petri.
Neuer Kommentar